• benedict16b@despora.de
    benedict16b@despora.de
    2024-04-17

    "Die Gewerkschaften hoffen dennoch auf soziale Fortschritte."

    Wenn ich es richtig begriffen habe, dann agierten die schwedischen Gewerkschaften vehement gegen die Einführung eines Mindestlohns, als vor einigen Monaten die ersten Konzepte aus Brüssel bekannt wurden. In diesem Fall gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden. Gründe dafür könnten sein, daß Gewerkschaften und Arbeitgeber eine tief verwurzelte Abneigung gegen staatliche Eingriffe in die Lohnbildung haben, und daß die Gewerkschaften die Entstehung eines Niedriglohnsektors nach deutscher Art verhindern möchten.

    "Sie wollen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in den Vordergrund stellen. Dies bedeutet in der Praxis jedoch meist Lohnzurückhaltung und Sozialkürzungen."

    Schweden ist sich mehr als Deutschland bewußt, ein relativ kleines Land zu sein. Damit ist die Abhängigkeit der Lohnbildung im Land von außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben. Die Lohnentwicklung orientiert sich also traditionell an den Erfordernissen und Möglichkeiten der exportorientierten Industrie, "industrimärke" .

    Das kann mitunter Lohnzurückhaltung bedeuten. In den letzten Jahren scheint Schweden jedoch eine deutlich bessere Reallohnentwicklung als Deutschland mti seinem Niedriglohnsektor gehabt zu haben.

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