• ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-08

    Habe es mal weiter gesagt, auch wenn ich meinen Glauben an bzw. meine Hoffnung in Zyriza weitgehend verloren habe.

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-08

    Sozialdemokratie eben. Jetzt könnte mensch einwende, warum darauf die Linkspartei so abgeht. Einfach gesprochen, weil Teile der Partei ebenfalls klassische sozialdemokratische Politik machen, sprich dass, was an sich die SPD ihren Namen nach zu tun hätte (auch wenn das jetzt nicht schöner wäre, als ihr jetziger Kurs, nur anders hässlich).

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2015-09-08

    ich muss ja zugeben, dass (ausgerechnet mir) die argumentation eines varoufakis zu weiten teilen einleuchtet, aufgabe von regierungen ist es den staat und damit auch den kapitalismus am laufen zu halten, dies angesichts einer VÖLLIG überfordert und geradezu wahnhaft agierenden und theoretisch orientierungslosen (freundlich formuliert) radikalen linken, auch mit der perspektive, die neofaschistische gefahr irgendwie auf abstand zu halten

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-09

    Das ist richtig und deswegen dürfte auch nicht verwundern, warum gerade Varoufakis gegangen ist. Insbesondere die Gefahrenabwehr gestaltet sich ab dann schwierig, wenn ich genau jenen Teil meiner eigenen vorgegebenen Politik über Bord werfe, wo der griechische Faschismus bereits in den Startlöchern steht. Es wird sich zeigen, welche Rolle die Goldene Morgenröte in elf Tagen einnehmen wird. Scheiße wirds so oder so.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    Ich denke das Varoufakis noch zum radikal linken Flügel von Syriza gehört hat. Eben der der sich ja momentan abspaltet/abgespaltet hat.

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    Jo, wie bereits so oft in der linken Geschichte. Mich würde interessieren, ob im linken Flügel von Syriza einen funktionalistischen Ansatz zum Parlamentarismus hat oder ebenfalls wie die Majorität denkt, über Mehrheiten bzw. der "Eroberung der politischen Macht" Verhältnisse ändern zu können.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    Hm inwiefern funktionalistisch?

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    Die Überwindung des Systems als Ziel, dass Parlament nur als Bühne für die eigene Agitation. Ein historisches Beispiel wären die "Jungen" aus den 1890er-Jahren aus der SPD, später ab Mitte der 1920er-Jahre die KPD im dogmatischen Gewand. Kategorisch wäre die Komplettablehnung des Parlamentarismus, sprich auch keine Arbeit in ihm.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    Nun ich befürchte das es auch in Griechenland nicht anders als hier ist. Macht korrumpiert!

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    Find ich immer ein bisschen kurz. Stimmt schon, es ist in erster Linie irgendwo immer eine ideologische Frage und zumindest bei linken Parteien zugespitzt formulier eine bis heute zwischen Reform oder Revolution.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    Nun ich denke wir brauchen keine Revolution und auch keine Reformation, wir brauchen eine Transformation die nach und nach konsequent mit dem bestehenden System aufräumt. Klar könnte ich mir vorstellen das im Rahmen eines Staates nach und nach die Macht des Staates in lokale Gremien fließt, aber welche Partei hat dazu wirklich die Macht? Welche Partei hält das wirklich durch? Bin da äußerst misstrauisch.

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2015-09-10

    raven, du denkst partei in einer rein-parlametarischen gestalt und unterschätzt die beeindruckende fähigkeit des kapitalismus, versuche einer system-transformation zum transmissionsriemen der modernisierung und ewigen neuerfindung des kapitalismus durch sich selbst zu instrumentalisieren, zur revolution, dh des gewaltsamen umsturz des bestehenden, bleibt me keine alternative

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    Hinsichtlich der Revolution, auch wenn das einen völlig neuen Komplex aufmacht, würde mich dann aber doch die Rolle des Staates interessieren. Das schließt die Verständnisfrage nach dem gewaltsamen Umsturz mit ein, in welchem Sinne dir das vorschwebt. Erst die politische Macht erobern oder blöde gesprochen, aus dem Stegreif durchführen oder erst die Leute weiterhin aufklären?

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2015-09-10

    aktuell definitiv c, wobei ich von "aufklären" eigentlich nicht so viel halte, kann aber auch begriffshuberei sein

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    @murdeRED: Ich sage es mal so. Bei all den gewaltsamen Umstürzen die es so im Laufe der Zeit gab kam nie was raus das ich für unterstützenswert halten würde. Sprich wenn man nicht schon vorher den 'Acker vorbereitet' dann bringt es nichts. Und wenn man ihn vorbereitet dann braucht es keinen groß gewaltsamen Umsturz mehr. Allerdings befürchte ich momentan um ehrlich zu sein das wir von beiden Szenarien weiter entfernt sind als in den letzten paar hundert Jahren.

    @Saaradox: Nun momentan können wir nur die 'Leute aufklären'. Dabei halte ich aber wie murdeRED nichts von dem Ansatz jemanden aufklären zu wollen. Viel mehr geht es darum das kritische Denken zu wecken, Alternative Ansätze aufzuzeigen und die Menschen in Diskussionen mit einzubeziehen. Doch damit geht man dann wieder den von mir angesprochenen Weg der Transformation. Ein Ansatz der nicht alle mitnimmt kann in meinen Augen nicht richtig sein. Und nein ich bin nicht so naiv das ich denke das man alle überzeugen kann. Jene die massiv vom aktuellen System profitieren werden sich mit Händen und Füßen gegen radikale Veränderungen stemmen. Und ich befürchte das wird nicht ganz friedlich abgehen. Hat man aber entsprechende Vorarbeit geleistet, so wird das eben ein recht kleiner Personenkreis sein der sich vehement ans bestehende System klammert. Ich sehe aber nicht wo wir hier Ansätze haben die die breite Masse der Menschen erreichen würden.

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    Jo ok, war auch etwas blöd formuliert. Ich denke, auch wenn der Begriff selbst ideologisch bereits aufgeladen ist, braucht es Ideologiekritik oder frei nach Lenin, sich in nicht-revolutionären Zeiten in Geduld und Theorie zu üben.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    Ich halte nichts von Lenin... Es braucht Vorbereitung um dann wenn sich die Chance ergibt bereit zu sein. Als Beispiel sehe ich da Spanien in den 1930ern und die CNT in Barcelona etc.

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2015-09-10

    agnolli, bildet lesezirkel ;)

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  • Krautbrei
    Krautbrei
    2015-09-10

    Ich wollte mich nicht einmischen, aber diese abgehobene Arroganz geht mir doch zu weit. Bevor man jemanden "aufklären" soll, ist vielleicht angebracht erst mal überhaupt zu wissen was dies Wort bedeutet: Wikipedia: „Aufklären“ und ob man nicht zu erst mit sich selbst beginnen sollte!
    Auch wenn ich natürlich keine empirische Daten darüber habe, würde ich trotzdem behaupten, "unsere" Gesellschaft ist mittlerweile weit hinter den Werten des 18. Jahrhunderts gefallen. Hier ist ein Beispiel aus jüngster Zeit, mit einer "progressiven" Gruppe (Selbstbezeichnung: Links): Wissenschaft und Religion sind gleich Aufklärung ist fehlgeschlagen, nur der technologische Fortschritt täuscht darüber.
    Was die Revolution oder "Transformation" Gedanken angeht, dann ist das in so fern sinnlos, dass "wir" kein Ersatz für Wert (Marx) haben. Doch der "Wert" bestimmt unser gesamtes Leben, er ist ein Fetisch. Es kann nicht gut gehen, ohne was neues wird sich nichts grundlegendes ändern. Also keine revolutionäre Perspektive. Meine Damen und Herren um deutlich zu sagen, so lange Leute in Eso und Natur Glauben verfallen und damit die Werte der Aufklärung verneinen, sind wir im Arsch!

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    Halten oder nicht, Lenin hatte taktisches Talent, sonst hätte es die Oktoberrevolution nicht gegeben. Und inhaltlich war er definitiv weiter als sein Nachfolger. Aber was willst bei Stalin einem Pfaffensohn auch erwarten.

    @murdeRED: Wäre auch eine Idee ^^

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-10

    @ Krautbrei: Das ist mir bewusst mit Eso und Co. Es war eine allgemeine Frage in die Runde. Die Grenzen der Aufklärung hat Adorno ja bereits deutlich benannt. Deswegen auch mein Einwand hinsichtlich Ideologiekritik, weil ich den treffender finde, schließlich betont er damit auch eine Selbstaufklärung stärker.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    Du wirst lachen, aber gerade in Ballungsgebieten ist der Ansatz gar nicht so schlecht. Man geht gemeinsam mögliche Ansätze und Themen durch und redet/diskutiert darüber was nach und nach dazu führt das sich die Leute eine fundierte Meinung bilden können.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-10

    @Saaradox: Schon Lenin hat das Ende der Räte eingeleitet. Und sein taktisches Talent... Sicher vorhanden, doch würde ich persönlich es auch nicht überschätzen.

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  • Ginji
    Ginji
    2015-09-11

    @ Ravenbird: Ich hab bei Lenin einfach damit ein Problem, wenn er pauschal negativ besetzt wird, viele aber ML mit Lenin verwechseln. Ein einfaches Beispiel ist sein formuliertes Selbstbestimmungsrecht der Nationen. Diese hatte einen taktischen Anspruch, alle sozialdemokratischen Kräfte, egal welcher Herkunft, in die Bewegung einzubinden. Das dadurch ein Grundstein für nationalistische Strömungen gesetzt wurde, keine Frage. Der entscheidende Unterschied in dieser Angelegenheit zu Stalin ist der Umstand, dass Stalin seine eigene Nationskonstruktion zum Machterhalt nutzte und gleichzeitig wieder antisemitische Untertöne in die Debatte brachte (wirkliche und papierene Nationen). Das in aller Kürze.

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2015-09-11

    lustigerweise is ja ein grossteil der ML-fraktion in der ukraine-frage recht eindeutig auf putins seite, wobei lenin selbst eigentlich genau diesen russischen national-chauvinismus gegenüber der ukraine kritisiert hat

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2015-09-11

    @Saaradox: Oh ich sehe Lenin nicht pauschal als schlecht. Jedoch sehe ich sehr wohl was er getan hat. Natürlich nichts im Vergleich zu dem was dann mit Stalin kam. Lenin musste auch bei vielen Sachen Neues ausprobieren, einfach weil es noch keine Erfahrungswerte gab. Und klar gibt es da dann auch Probleme die man dann aber auch angehen muss. Was ich bei ihm als negativ ansehe ist wie gesagt auf jeden Fall das schon er angefangen hat den dezentralen Räten die der Sowjetunion ihren Namen gaben die Befugnisse und Rechte zu entziehen. Aber das ist nun Geschichte. Man kann es nur als Lehre für die Zukunft sehen.

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