• Martin Gerhard
    Martin Gerhard
    2017-07-12

    Das sind keine Nachrichtenseiten im eigentlichen Sinne. Es sind Werbeanzeigenseiten, vergleichbar mit einer kostenlosen Zeitung, wie z.B. dem "Mix am Mittwoch" hier in der Region. Die Artikel dienen nur dazu, dass manche Leute einen Blick in die Zeitung oder auf die Webseite werfen. Leben tun beide in jedem Fall vom Verkauf der Anzeigen. Der Preis, den ein Inserent für eine Anzeige zahlen muss, richtet sich nach der Reichweite. Bei Zeitungen wird er in der gedruckten Auflage gemessen, bei Webseiten in Page Views. Solche albernen Umfragen sollen dafür sorgen, dass möglichst viele Besucher irgendwas anklicken (https://de.wikipedia.org/wiki/Clickbaiting). Es kommt nicht darauf an, ist völlig egal. Aber je blöder die Frage, desto mehr wird geklickt. Die gezählten Klicks sind ein Indikator für die Reichweite einer Seite, Daraus ergibt sich der Anzeigenpreis. Hat mit Nachrichten wirklich nichts zu tun. Aber ich denke, das weißt du alles. :-) Man sollte eindeutig wenig Zeit auf solchen Seiten verbringen.

    0
  • Waithamai Dragonqueen ✨
    Waithamai Dragonqueen ✨
    2017-07-12

    ich hab das mit den nachrichten absichtlich gegänsefüßelt, ja ;) aber ich hatte irgendwie die hoffnung es wäre nicht ganz so schlimm.

    0
  • Martin Gerhard
    Martin Gerhard
    2017-07-12

    Es ist eigentlich nicht wirklich schlimm. Die Leute versuchen, irgendwie ökonomisch zu überleben. Ich mache das auch. Es ist halt blöd, wenn man nur für absolut sinnlose Arbeit Geld bekommt und für wirklich wichtige Arbeit nichts. Ich würde den Leuten vielleicht vorwerfen, sie hätte jegleiche Ethik über Bord geworfen, aber ich möchte da nicht wirklich den ersten Stein werfen.

    0
  • Ta Deus
    Ta Deus
    2017-07-12

    Naja sie zucken halt noch, ich glaube der Zug für diese Art von Seiten ist seit vielen Jahren abgefahren, das wird nichts mehr und da ist auch nichts mehr zu retten fürchte ich.

    Andererseits habe ich gestern der taz einen Dauerauftrag eingerichtet (früher hab ich das mit Flattr gemacht, aber auch ich falle da langsam raus obwohl ich Flattr eigentlich immernoch toll finde). Webseiten die mich bitten was in den Hut zu werfen haben jedenfalls größere Chancen an mir Geld zu verdienen, als solche, die Clickbait und Werbung und Werbeblockerblocker machen.

    Appropos Flattr: Netzpolitik.org hat mal ein Interview mit dem Peter Sunde gemacht und beim Thema flattr sagte er dass der Scheiß halt das Wertvolle/Teure finanziert. Denn man konnte sehen, dass die Leute eher mal auf den Flattr-Button klicken, wenn Netzpolitik.org einen guten Witz gemacht hat oder besonders gehässig oder bissig war oder so. Aber wenig Klicks bekommen die Artikel, in denen mehrere Wochen Recherche stecken und die dann ordentlich runtergeschrieben sind und einen echten Wert haben. Schade eigentlich…

    0
  • Rosa Elefant
    Rosa Elefant
    2017-07-13

    Nun ist das grüne Mitteilungsblatt "taz" natürlich von Journalismus auch weit genug entfernt.

    Ich bin ja für Trump UND Putin. Aber ich mag auch keine Menschen.

    0
  • Ta Deus
    Ta Deus
    2017-07-13

    Also zuerst wollte ich dir zustimmen Rosa Elefant, aber eigentlich hast du unrecht, die taz und taz-online machen Journalismus. Also sie machen auch andere Sachen, aber sie machen auch Journalismus, wie kommst du darauf dass dem nicht so wäre? Äääh Moment, das ist unfair, ich muss belegen, dass es Journalismus ist.
    Also schau ich mir die Startseite mal an…

    Titelstory ist im Moment Emily Laquer über Proteste gegen G20 - „Die Verantwortung trägt die Polizei“
    Das ist ein Interview. Ich würde sagen ein klassisches journalistisches Format. Nicht besonders "wertig" (weil es einfach zu machen ist), aber Journalismus allemal

    Mhm mhm, danach kommt SPD im Wahlkampf - Martin Schulz müht sich und Entzogene Akkreditierungen beim G20 - Maas fordert Aufklärung das ist beides "Berichterstattung" also wohl was du mit "Mitteilung" meinst. Letzteres ist sogar eine dpa-Meldung.

    Danach kommt Flüchtlingslager in der Wüste - Gefangen im Niemandsland das ist eine Reportage auch hier würde ich sagen "klassisches Journalistisches Format". Die Autorin war wohl selbst am Ort ihres Textes und hat auch mindestens ein Foto mitgebracht.

    Dann die dpa-Meldung Maischberger-Sendung zum G20-Gipfel - Bosbach flieht vor Jutta Ditfurth

    Dann 50. Todestag von Radprofi Tom Simpson Der Berg und der Tod
    Tja... etwas schwierig, das ist eine Recherche, keine große Sache, aber also das Kriterium "journalistisch" ist da erfüllt würde ich sagen, aber vielleicht ist das Geschmackssache. Herr Mustroph musste dafür sicher ordentlich recherchieren und stellt Bezüge her zwischen dem historischen Ereignis und heute (also er erzählt nicht nur nach, er setzt es in Kontext).

    Nunja, das nächste Stück Kommentar Befreiung von Mossul - Ein Sieg, der keiner ist
    Naja, Kommentar halt, Journalismus? Ich würde sagen: Nein.

    Facebooks Umgang mit Fake News - Grundlos gelöscht – und dann?
    Puh… ich würde sagen "Berichterstattung und Mitteilung"

    Und als letzter Artikel auf der Startseite (bevor die Themen wie Politik, Öko, Gesellschaft, Kultur etc. kommen): Schriftsteller Henry David Thoreau
    Begehren und Bohnen züchten

    Finde ich schwierig, eine Mischung aus Rezension, Portrait und Berichterstattung. Journalismus? Wohl eine Frage der Definition.


    Zusammengefasst: Die taz macht in ihrem Online-Angebot Journalismus und so andere Sachen würde ich sagen.

    Jetzt habe ich aber zwei Fragen @Rosa Elefant: Kennst du einen Online-Ableger einer Zeitung, der deinen Ansprüchen für "Journalismus" entspricht? Und die zweite Frage, hat der irgendein Modell, was mit der Finanzierung der taz vergleichbar ist, also eben einfache Spenden oder ein pay-what-you-want -Modell oder irgendwie sowas. Die Fragen interessieren mich auch unabhängig von einander.

    0
  • Rosa Elefant
    Rosa Elefant
    2017-07-13

    Ich trenne Online und Zeitungen voneinander, zumal Onlineableger von Zeitungen selten Wichtiges mitzuteilen haben. Prinzipiell halte ich stilloses Gebettel, wie es taz.de tut, aber keineswegs für ein irgendwie besseres als eine einfache Paywall für bestimmte oder gleich alle Inhalte. Wer sich seinen Webauftritt nicht ohne Gebettel leisten kann, weil er kein anständiges Geschäftsmodell vorweisen kann, der soll ihn gefälligst abschalten. Es gibt keinen Zwang zum Onlinesein, auch nicht, wenn man eine Zeitung ist.

    Was deine Beispiele betrifft: "Bosbach flieht vor Jutta Ditfurth" ist schon eine reichlich wertende Überschrift, findest du nicht? Journalismus hat mit Wertung von Ereignissen nach meiner Auffassung nichts zu tun. Blogger werten. Journalisten berichten. Entrüstung ist kein Anlass zur "Flucht", Flucht ist ein Ausdruck von Furcht. Das gehört wohl zu diesen "so anderen Sachen".

    Auch der Artikel zu "Facebooks Umgang mit Fake News" kommt nicht ohne Wertung aus: "Die CDU/CSU (...) trägt den Wunsch nach Nachbesserung tatsächlich mit", und warum "tatsächlich" im gegebenen Artikelkontext eine Wertung darstellt, muss ich wohl nicht erläutern. Soll ich den Rest auch noch lesen oder reicht das schon?

    Die "taz" betreibt linkslastiges Politikbloggen, aber Journalismus ist das halt nicht.

    0
  • Ta Deus
    Ta Deus
    2017-07-13

    Interessant, dann haben wir einfach krass unterschiedliche Auffassungen (dieser Begriffe…)

    Wer sich seinen Webauftritt nicht ohne Gebettel leisten kann, weil er kein anständiges Geschäftsmodell vorweisen kann, der soll ihn gefälligst abschalten.

    Ich gebe zu, es ist zuweilen aufdringlich, aber ich empfinde das als das beste Finanzierungs-Modell, liefere erstmal und bitte dann deine Konsumenten zu geben was es ihnen wert ist. Das ist auch die Art wie ich am Liebsten konsumiere und finanziere.

    “Bosbach flieht vor Jutta Ditfurth” ist schon eine reichlich wertende Überschrift, findest du nicht?

    Öööhm keine Ahnung, ich habe den Artikel nur bis "dpa" gelesen, ab da war es für mich kein Journalismus mehr und auch keine taz-Leistung. Eine schnelle Recherche zeigt aber, dass die meisten Online-Angebote "Bosbach verlässt Talkshow nach Streit mit Ditfurth" benutzen.

    Journalismus hat mit Wertung von Ereignissen nach meiner Auffassung nichts zu tun. Blogger werten. Journalisten berichten.

    Öhm… okay o.O ich hätte gesagt: Jounalisten ordnen ein, in aller Regel mit einer Wertung. Presseagenturen berichten (alias: teilen mit). Blogger… naja mal dies mal das, es gibt Blogger, die sind sehr journalistisch tätig und es gibt Blogger die zeigen welche Joga-Übung sie gestern gemacht haben. Und es gibt Journalisten, die bloggen und es gibt Presse-Verlage, die Blogs hosten. Die Technik sagt hier kaum was über den Inhalt oder die Art des Inhalts aus.

    Auch der Artikel zu “Facebooks Umgang mit Fake News” kommt nicht ohne Wertung aus (…) Soll ich den Rest auch noch lesen oder reicht das schon?

    Nö, wenn "werten" für dich ein Ausschlusskriterium für Journalismus ist kannste dir das sparen, für mich ist es eher das was eine Berichterstattung zum Journalismus macht. Wobei "einordnen" der wichtigere Punkt ist, nicht werten, das eine geht nur oft mit dem anderen einher.
    Manche Medien (z.B. die Tagesschau) versuchen das zu vermeiden oder zu verbergen, sie nehmen eine Einordnung vor und versuchen so wenig wie möglich zu werten. Machen sie natürlich trotzdem, aber eben schwächer ausgeprägt.

    Wenngleich mich das halt auch stark wundert, oben schreibst du noch

    Nun ist das grüne Mitteilungsblatt “taz” natürlich von Journalismus auch weit genug entfernt.

    Und "Mitteilung" ist für mich irgendwie synonym für "Bericht(erstattung)" also da oben störte dich noch dass die taz nur mitteilen würde und jetzt findest du es unjournalistisch, wenn sie mehr tun als nur zu berichten.
    Ich finde deine Haltung ja legitim, aber widersprüchlich.
    Also die o.g. Tagesschau ist auch für dich Journalismus, aber sind sie denn etwas anderes als eine Mitteilungssendung?

    0
  • Rosa Elefant
    Rosa Elefant
    2017-07-13

    liefere erstmal und bitte dann deine Konsumenten zu geben was es ihnen wert ist

    Dann sollte die Bettelei nicht erscheinen, bevor man den Text lesen kann.

    Eine schnelle Recherche zeigt aber, dass die meisten Online-Angebote “Bosbach verlässt Talkshow nach Streit mit Ditfurth” benutzen.

    "Verlassen" ist sachlich korrekt und nicht wertend und somit journalistisch angemessen, "fliehen" ist Bloggerdeutsch.

    Jounalisten ordnen ein, in aller Regel mit einer Wertung.

    Nein. Ich erwarte von einem Journalisten, dass er mich über Sachverhalte informiert und mir die Wertung selbst überlässt. Journalisten machen sich nicht mit einer Sache gemein. Das ist nicht ihre Aufgabe.

    “Mitteilung” ist für mich irgendwie synonym für “Bericht(erstattung)”

    Das entscheidende Wort ist "grüne", nicht "Mitteilung". Jede Zeitung teilt Dinge mir. Die "taz" könnte man guten Gewissens als Parteiorgan der Grünen durchgehen lassen. Das ist dann halt keine ausgewogene Berichterstattung, sondern Jubelpersertum.

    Wenn russische oder US-amerikanische Medien dem jeweiligen Präsidenten nach dem Mund reden, nennt man das hierzulande gern "Staatspresse" o.vglb., um zu signalisieren, dass das mit objektivem Journalismus nichts zu tun hat - mit wertender Presse im eigenen Land haben aber erschreckend wenige Leute ein Problem, so lange sie in ihrem Sinne wertet.

    0
  • Rosa Elefant
    Rosa Elefant
    2017-07-13
    • mit, nicht mir, Himmel.
    0
  • Ta Deus
    Ta Deus
    2017-07-13

    Joa, wir kommen hier sicher nicht zu einem Konsens, ich erwarte eben ganz andere Sachen von einem Journalisten als du und ich spreche Bloggern auch nicht ab journalistisch zu handeln.
    Wie gesagt, das kann man auch alles als legitime Ansicht durchgehen lassen bis auf eine Sache:

    Das ist dann halt keine ausgewogene Berichterstattung, sondern Jubelpersertum.

    Jubelperser sind Geheimdienstmitarbeiter, welche Demonstranten verprügeln. Du kannst gerne die Mitarbeiter von Erdogan und ihr entsprechendes Verhalten in Washington so bezeichnen, aber den Mitarbeitern der taz wird das vorne und hinten nicht gerecht.

    Wenn russische oder US-amerikanische Medien dem jeweiligen Präsidenten nach dem Mund reden, nennt man das hierzulande gern “Staatspresse” o.vglb., um zu signalisieren, dass das mit objektivem Journalismus nichts zu tun hat - mit wertender Presse im eigenen Land haben aber erschreckend wenige Leute ein Problem, so lange sie in ihrem Sinne wertet.

    Also ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau wie das in Russland ist, aber die amerikanische Presse müsste dir vollkommen zuwider sein, denn die wenigsten Presseorgane dort werten nicht. In den vereinigten Staaten gehört es zur Presse-Kultur und zum Journalismus absolut dazu auch Stellung zu beziehen. Nach deiner Ansicht wäre der Ausdruck "Staatspresse" aber in den meisten Fällen auch unjournalistisch richtig? Also ich finde z.B. dass die "Deutsche Welle" Staatspresse ist (aber ich bin auch kein Journalist ^^).
    In den vereinigten Staaten gibt es sowas meines Wissens nach nicht, da gibt es wohl regierungstreue Medien und es gibt solche, die einer bestimmten Partei sich zugewandt empfinden und es gibt welche, die sich immer regierungskritisch sehen.
    Jedenfalls war das bisher so, im Moment muss sich die ganze amerikanische Presse neu formieren, weil die aktuelle Präsidentschaft so anders ist als alle vorherigen und der Präsident auch so… seltsam und ungewohnt mit ihnen umgeht.

    0
  • Waithamai Dragonqueen ✨
    Waithamai Dragonqueen ✨
    2017-07-14

    diese umfrage war ja auch nicht der artikel, sondern stand unter dem artikel. der artikel war auch nicht besonders ausführlich oder enthielt viel recherchearbeit, aber es war zumindest lesbar und hat das nötigste an infos enthalten.

    0