• cb7f604332cf39
    cb7f604332cf39
    2017-09-30

    Dem muss ich leider wieder sprechen. Ich benötige keinen Kulturkampf. Ich brauche auch keine Partei oder einen Verein um mich zu identifizieren.

    By the way: Die AFD erhält schon genug Unterstützung durch die Identitäre Bewegung. Deren Auftreten bei NPD und AFD Kundgebungen als Protestler, Ordner und Personenschützer reichen mir schon.

    Dieser Nationalismus hat dieses Land schon 2mal kaputt gemacht. Dieser wird uns weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich voranbringen. Die deutsche Wirtschaft basiert mehrheitlich auf Exporten, doch diese Exporte sind den Nationalisten ein Dorn im Auge. Deren Maßnahmen werden der Wirtschaft schaden.

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  • Hubert Winkelnkemper
    Hubert Winkelnkemper
    2017-09-30

    Ich muss dir auch widersprechen, isabel.
    Du hast recht mit dem, was du über diese Latte-Trinker schreibst, die linksliberalen Clinton-Fans, und ihre Respektlosigkeit, und ich finde es auch OK, Helene Fischer zu hören, oder verheiratet zu sein. (Du verteidigst hier übrigens einen Lebensstil, über den du vor kurzem noch geschrieben hast, es wäre kein Grund zur Freude, daß er jetzt auch Schwulen offensteht.)

    Aber das Problem mit der AfD ist doch nicht, daß sie selbst spiessig sind, sondern uns alle zwingen wollen, auch Spiesser zu werden. Dein Kollege toleriert deinen Lebensstil vielleicht, aber die Partei, die er wählt, tut das nicht.

    Du schreibst: "Intoleranz, Hass und Verachtung auf die anderen, das ist kein exklusives Merkmal von Konservativen oder AfD-Wählern." Nein, das ist nicht exklusiv, aber es ist ein Merkmal, wenn nicht von ihnen, dann auf jeden Fall von der Partei.

    Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden, das ist richtig; aber es heisst nicht, Freiheit für die, die die Freiheit bekämpfen.

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  • Thomas Fellinger
    Thomas Fellinger
    2017-09-30

    und leider geben entwicklungen, die derzeit als vorbilder dienen auch nicht gerade entwarnung: https://www.derstandard.de/story/2000065039912/orban-lobt-gewaltsamen-protest-gegen-fluechtlinge

    dennoch stimme ich darin überein jeden menschen einzeln zu betrachten, ggf auch als arschloch, aber nie prinzipiell!

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  • Avellan
    Avellan
    2017-09-30

    Dieser Nationalismus hat dieses Land schon 2mal kaputt gemacht.

    Definiert man Nationalismus als die Nationalstaatenbewegung, verdanken wir ihm sogar Deutschlands erste Ansätze zur Demokratie in den 1848er. Ähnlich Hand in Hand gingen der französische Nationalismus und Demokratie infolge der französischen Revolution. War die amerikanische Revolution auch falsch und waren die Amerikaner keine Nationalisten? War die Befreiung von Napoleons Besatzung auch falsch? Unter einem preußischen Nationalisten passierte übrigens die Gründung Deutschlands, unter Bismarck, dessen fortgesetzte Bündnispolitik einen Weltkrieg verhindert hätten. Kleine Staaten fielen dagegen schnell zum Opfer der großen. Beispiel: Ohne polnischen Nationalismus beispielsweise gäbe es heute kein Polen, keine polnische Sprache, kein polnisches Volk. Der erste Weltkrieg wurde mithin durch einen Zwischenfall in einem Vielvölkerreich ausgelöst und die Länder schlafwandelten eher in den Krieg mit menschlichem Versagen statt dem Nationalismus oder einem einzelzen Land als Schuldigem, wie es Christopher Clark ausführlich 2013 herausarbeitete. Definiert man Nationalismus allerdings als Streitsucht zwischen den Völkern, sollte man sich fragen, ob das nicht viel eher auf die gegenwärtige linke Politik Deutschlands zutrifft, die Europa über die illegale Einwanderung gespalten hat. Und war es nicht eher das Versagen der Parteien Weimars als des Volks? Die SPD stellte sich gegen die Abschiebung Hitlers als kriminellen Ausländer. Brünings Deflationspolitik schaffte viel Leid. Die Parteien versanken in einer Demokratiekrise und als dem mindestens teilweise linkem Nationalsozialisten Hitler notgedrungen die Macht übergeben wurde, nachdem sich der Nationalist Hindenburg lange dagegen sträubte, unterschrieben die Christdemokraten der Zentrumspartei wegen religiösen Zugeständnissen auch noch die Zerstörung der Demokratie.

    Das fehlen jeglichen Nationalbewusstseins kann unser Untergang sein. Die eigene Geburtenrate seit Jahrzehnten nicht nachhaltig, Muslime bei der jüngeren Generation besonders präsent, illegale Einwanderer aus Ländern mit hoher Geburtenrate: noch in diesem Jahrhundert wird es cet.par. eine muslimische Mehrheit geben.

    Dieser wird uns weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich voranbringen. Die deutsche Wirtschaft basiert mehrheitlich auf Exporten, doch diese Exporte sind den Nationalisten ein Dorn im Auge. Deren Maßnahmen werden der Wirtschaft schaden.

    Wo steht etwas im Afd-Programm gegen Exporte? Dr. Weidel ist Volkswirtin. Was keinen Sinn macht, ist die illegale Einwanderung in die Sozialsysteme. Ich stimme Dir zu, dass Protektionismus insgesamt keinen Wohlstand schafft, aber die Partei bezog sich auch nicht auf den freien Verkehr von Gütern sondern von Personen. Migration ist ja nicht gleich Migration. Es gibt gesteuerte Immigration, wie das Punktesystem in Kanada, es gibt illegale Immigration ohne Aufnahme in die Sozialsysteme (da denke ich an die Geschichte der USA), es gibt solche mit Aufnahme in die Sozialsysteme (darauf beläuft sich hierzulande eher die Zuwanderung über Asylgesuch) und es gibt klar Verfolgte und Kriegsflüchtlinge, bei der kaum einer etwas gegen eine zumindest temporäre Aufnahme hat. Hinsichtlich des Nutzens der Migration sind die wirtschaftlichen Effekte dieser einzelnen Gruppen verschieden (der Nutzen kann vielleicht übrigens wederrum auf Gewinner und eher Leidtragende differenziert werden, da er sich nicht gleich auf die Gruppen verteilt). Friedman beispielsweise gehörte zu den Verfechtern der illegalen Immigration, aber grenzte davon stark die Zuwanderung mit geöffneten Sozialsystemen ab, die seiner Meinung nach keine Lösung sein könne, weil sie das Land hinunter ziehen würden.
    Trotz des bekannten "Streits" vor ein paar Jahren über die Zuwanderungsstudie waren sich die beide verwickelten Ökonomen einig, dass Deutschland mehr qualifizierte Zuwanderung brauche und der staatliche Gewinn eines Zuwanderers im Schnitt deutlich dem eines Bundesbürgers zurückhängt. Den wirtschaftlichen Schaden für den Staat fasste Sinn sehr gut zusammen. Dass auch moralisch kein Pluspunkt auszumachen ist, bemerkte der Oxford-Ökonom und Flüchtlings- und Afrika-Experte Sir Collins: "It's a distraction, I think, motivated by Germany's attempt to lay the ghost of its own dark past." "Germany has lured people to pay criminal gangs, get on boats, some of them drown, come to Germany. That is an irresponsible thing to do". Den Nagel auf den Kopf getroffen.

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  • isabel
    isabel
    2017-09-30

    @Hubert Winkelnkemper: du hast völlig recht, aber du hast wohl mich missverstanden.Die AFD can go to hell, aber du kannst nicht Millionen ihrer Wähler ausgrenzen. Wer es tut, erreicht das Gegenteil und wird genauso intolerant wie diese Partei. That's my humble opinion...

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  • Avellan
    Avellan
    2017-10-05

    Ich stimme Dir zu, Krieg ist nichts Schönes und ich sehe schon, dass du gute Motive hast. Fraglich ist, warum Krieg allgegenwärtig in der Menschheitsgeschichte (zumindest fast) überall auf der Welt ist. Selbst die romantisierten Naturstämme zerlegten sich gerne, hatten sogar eine überdurchschnittliche Zahl an durch Gewalteinwirkung Gestorbenen. Pazifismus hilft wenig, wenn der Nachbar mit einer Keule anklopft und deinen Fisch fordert, weil er Hunger hat und du keine Keule. Die Hunnen hätte man auch nicht mit Friedenstauben stoppen können.

    Daher ist Identifikation so allgegenwärtig und wichtig in der Geschichte: sie bedeutete eine Gruppe und damit Macht. Neben der Nation gibt es andere Identifikationsmöglichkeiten und keine unbedingt konfliktlos: interreligiös (Muslime gegen Buddhisten oder Christen gegen Juden), intrareligiös (Liga vs Union im 30-jährigen Krieg, Sunniten gegen Schiiten), Klassen oder Berufe (kommunistische Massenmorde), Familien (Fehden von Familienclans), Hautfarben (Rassenkämpfe), Politik (Korea), Fußballteams (Hooligan-Schlägereien), usw. Krieg und Mord und Totschlag gab es schon Tausende Jahre vor dem Begriff der Nation. Solche Identifikationen helfen nicht nur der Eroberung sondern auch der Selbstverteidigung. Wenn bspw. Papst Innozenz XI. nicht die christlichen Machthaber überredet hätte, dem belagerten Wien beizustehen, wären die Türken leicht weiter nach Europa vorgedrungen.

    Daneben ist nicht nur die Selbstidentifikation wichtig, sondern die anderer Personen. Man wäre vielleicht gerne ein Kosmopolit, aber angesehen wird man vielleicht dennoch als Deutscher, als Dhimmi, als was auch immer. Ein Tutsi hätte sich ja in Kali im Völkermord vielleicht gerne als etwas anderes beschrieben. Es reicht nicht immer nur lieb zu sein, um zu überleben. Etwas sicherer ist es, nicht auf der schwächeren Seite zu stehen. Daher habe ich keinen Bock, anzusehen, dass Deutsche selbst in ihrem eigenen Land zur Minderheit werden, gegen die sich möglicherweise Neid aufgrund eines höherem Einkommen und mehr Einfluss richtet, sowie Hass aufgrund höherer Beteiligung im Finanzsektor und einer Sündenbockrolle.

    Änderungen von Machtbalancen führen vielleicht gerne zu Konflikten, der Kampf um Ressourcen und Macht ebenso. Die Theorie des Kriegsindex ist allerdings auch nachvollziehbar und hilft beim Erklären einiger vergangener Kriege: http://www.zeit.de/2015/45/bevoelkerungsentwicklung-einwanderung-buergerkrieg-fluechtlinge-maenner/seite-2

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