• Torsten
    Torsten
    2018-04-12

    @eru aino: Ich weiß nicht. Ist es nicht auch Sächsismus, allen Menschen, die aus Westdeutschland kommen zu unterstellen, sie würden auf Sachsen hinabschauen oder sie würden Sachsen verdrängen? Was soll das überhaupt sein, die Sachsen? Ich lebe seit meinem zweiten Lebensjahr im Bezirk Dresden. Ab 1990, dann im Bundesland Sachsen - bin ich schon Sachse oder noch zugezogen? Bekloppte Diskussion eigentlich.
    Den von Dir verlinkten taz-Artikel las ich gestern schon und fand ihn relativ voll von peinlichen und pauschalisierenden Aussagen.

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  • eru aino
    eru aino
    2018-04-12

    Es ist mir eigentlich recht egal was ein "sachse" ist, ich hab wohl das wort einmal zuviel benutzt.. Arroganz von zugezogenen merk ich immer wieder. Insbesondere weil ich selbst einer bin und dementsprechend auch in dieser Welt lebe, und hier in Leipzig sind die Innenstädte wie im artikel beschrieben, hochdeutschsprachige alternative fleckchen. Das ist soweit auch schön und hat viele gute Seiten. Eine schlechte Seite ist die Gentrifizierung. Sich aber über Dialekt lustig zu machen hab ich auch schon öfter gehört, in Straßenbahn und auf der Straße, viel pauschalisierendes und abwertendes über die "sachsen", auch nicht gerade emanzipatorisch. Ich hätte gerne dass Menschen andere menschen mitdenken in ihrem Leben und dazu gehören eben auch die durch die Mietpreise verdrängten an den Stadträndern, selbst wenn sie sich selbst als "Sachsen" oder deutsche bezeichnen.
    Sonst gehen die Grenzen zwischen den Menschen doch immer weiter nach oben und mensch bleibt ewig in der eigenen Komfortzone und schützt sich vor den "andersartigen".

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  • >sfb< SigmundFreud'sBartender
    >sfb< SigmundFreud'sBartender
    2018-04-12

    äH, aber Du merkst, dass Du genau das machst was Du beklagst?

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  • eru aino
    eru aino
    2018-04-12

    Polemik schmolemik. Es ist nicht meine absicht zu pauschalisieren und "ALLEN" zugezogenen irgendwas zu unterstellen. Ich möchte auch diese Diskussion nicht "gewinnen". Statt jetzt mir die Worte umzudrehen, nimm doch einfach die Kritik an, insbesondere weil sie sich ja auf was ganz handfestes bezieht: Ein antisexistisches Graffiti mit einem Wortspiel dass diese Arroganz ein wenig aufzeigt.

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  • Torsten
    Torsten
    2018-04-12

    @eru aino

    Klar Gentrifizierung nervt. Aber hängt die so stark vom ethischen Hintergrund der Betroffenen ab? Ich dachte, es sind eher die ökonomischen Gesetze, die für oder gegen einen wirken. Vulgär-ökonomisch würde ich sagen: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Ob das nun ein Dortmunder oder ein Leipziger ist, der da (z.B. in Chemnitz oder Bochum) an den Rand gespült wird, ist doch egal, oder?

    Und in Sachsen nehme ich schon auch eine überhöhte Toll-Findung des Sächsischen wahr. Vor allem die Sächsische Zeitung überschlägt sich ja manchmal zu betonen, welche genialen Erfindungen hier herkommen (Filterkaffee, BH oh yeah!), wie findig die Sachsen sind (der erste Deutsche im All!) und was für ein schönes Land das ist. Wer sich so auf die Schultern klopft, muss auch Sticheleien vertragen.

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  • (((Till)))
    (((Till)))
    2018-04-12

    Ein antisexistisches Graffiti mit einem Wortspiel dass diese Arroganz ein wenig aufzeigt.

    Ich sehe darin ehrlich gesagt mehr als Antisexismus. Nämlich einen Antilokalpatriotismus. Ähnlich wie ich als Niedersachse begeistert mitsinge bei "Mir ist kein Hirn gewachsen, mein ganzer Stolz ist Niedersachsen".

    Und Sätze wie "verdrängen nicht nur sachsen aus ihren kiezen" klingen für mich erhlich gesagt ein bischen zu sehr nach "Sachsen den Sachsen, Wessis raus". Eine Durchmischung von Kulturen und der damit einhergehende Wandel sind extrem wichtig für jede Gesellschaft. Auch innerhalb einer Nation.

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  • eru aino
    eru aino
    2018-04-12

    @Torsten , stimme dir zu

    @(((Till))) , stimme dir da auch zu wenn mensch das als antilokalpatriotismus versteht. Dennoch, durchmischung findet ja halt nicht statt wenn die unterschicht an den Rand gedrückt wird und linksangehauchte bürger*innen in ihren jeweiligen szenen unter sich bleiben.

    Was eine "Nation" sein soll könnte man auch hinterfragen, wenn man schon dabei ist "sachsen" zu hinterfragen. Und, wenn man "nation" als das rechtliche und militärisch-polizeiliche pseudodemokratische gebiet betrachtet in dem der kapitalismus ein klein wenig andere "regeln" hat als in anderen solcher gebiete, wie sinnvoll es ist, bei der durchmischung dort aufzuhören.

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2018-04-12

    btw sachsen ist ja nun auch ein relativ spezielles bundesland, ein "sächsismus" kann da auch gut für eine bestimmte form des umgangs mit problemen gelten, ich sag nur biedenkopf die immunen sachsen, eine kräftige kelle selbstironie finde ich wesentlich progressiver, als den depperten lokalpatriotismus, welcher in berlin dazu führt, allgemein hipster-, sind schliesslich allet zugezogene, reich und nicht von hier, touri-, störn nur, sollen weg bleiben und nehmen einem die cafesitzplätze weg und sogar sachsen- und schwaben-feindlichkeit

    ps und als selbst von lokalpatriotismus ernsthaft betroffener, darf ich das auch kritisieren

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2018-04-12

    pps kreuzberg muss brennen!

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  • (((Till)))
    (((Till)))
    2018-04-12

    ps und als selbst von lokalpatriotismus ernsthaft betroffener, darf ich das auch kritisieren

    schön formuliert. Ich musste spontan lachen. :D

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  • Flying Creep
    Flying Creep
    2018-04-12

    Bin auch zugezogen und finde das allgemeine Sachsen-Bashing eher Panne. Natürlich gibt es sehr viel an den "sächsischen Zuständen" zu kritisieren, aber ich habe hier auch unter den Eingeborenen viele tolle Menschen kennengelernt.
    Herabsehende Verallgemeinerung fördert nur das Herumgeopfere der lokalen Neonazis - und von denen gibt es hier leider nicht wenige.
    Das Graffito finde ich witzig, allerdings ist die Aussage recht uneindeutig:
    Sächsismus kann einerseits Diskriminierung aufgrund der Herkunft sein, andererseits sich aber auch auf die "sächsischen Zustände" beziehen, also Sachsensumpf, Pegida, usw.

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  • murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    murdeRED dreams GrandWizardOfZOG
    2018-04-12

    es geht nicht um "sachsen-bashing", sondern um den sächsismus, den sächsischen umgang ua mit rassismus und neonazis, siehe biedenkopf, und meine, und vermutlich nicht nur meine, hochachtung an alle menschen die dort wohnen und genau diese sächsischen verhältnisse kritisieren

    btw das rumgeopfere ist teil der ideologie

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  • (((Till)))
    (((Till)))
    2018-04-13

    meine, und vermutlich nicht nur meine, hochachtung an alle menschen die dort wohnen und genau diese sächsischen verhältnisse kritisieren

    Definitiv nicht nur deine; ich schließe mich dem vorbehaltlos an.

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