• ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-04

    Natürlich muss man auch noch berücksichtigen das es z. T. ganz unterschiedliche geografische Hintergründe gibt. Sprich in einen Gebiet mit großen Höhenunterschieden wird weniger Rad gefahren als in einem das bei vergleichbaren Ausbau von Fahrradinfrastruktur komplett flach ist. Das selbe für Städte wo alles recht kompakt und somit nah beieinander ist im Vergleich zu Städten die eher flächig sind und wo man für das selbe wesentlich größere Strecken zurücklegen muss.

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  • Rasmus Fuhse
    Rasmus Fuhse
    2019-05-04

    Das sehe ich komplett ein. Aber die Karten sind auch nicht farbgleich mit den Karten von Höhenprofilen in Deutschland. Also es gibt Orte, an denen sehr wenig Fahrrad gefahren wird, obwohl dort geradezu holländische Verhältnisse herrschen, was die Möglichkeit dazu angeht.

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  • Thanatos
    Thanatos
    2019-05-04

    Sprich in einen Gebiet mit großen Höhenunterschieden wird weniger Rad gefahren als in einem das bei vergleichbaren Ausbau von Fahrradinfrastruktur komplett flach ist.

    Das macht es für Berlin und Brandenburg ja noch viel peinlicher...

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-04

    Klar habt Ihr beide Recht. Btw. was spricht bei Hanglagen gegen eine Art 'Fahrradtransportplattform' So ähnlich wie ne Seilbahn.

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    2019-05-05

    Sollte wohl ganz Deutschland Nachhilfe in Münster beantragen …

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  • Rasmus Fuhse
    Rasmus Fuhse
    2019-05-05

    Berlin könnte eine super Fahrradstadt werden. Ich denke, die zentralen Regionen kann man mit dem Rad meist innerhalb einer halben Stunde erreichen. Das ist ziemlich gut (und oft schneller als U- und S-Bahn). Nur wer von Ende zu Ende fährt, würde länger brauchen. Eine halbe Stunde ist meiner Meinung nach eine gute Dauer, die eine normale Radfahrt innerhalb der Stadt dauern darf.

    Brandenburg hingegen ist oft zu dünn besiedelt. Deswegen würden die Radtouren auch oft viel länger als eine halbe Stunde dauern. Für einige Städte wie Potsdam oder Cottbus wäre es noch möglich. Aber von Dorf zu Dorf ist das Fahrrad leider zu unpraktisch. Da will niemand bei Schnee und Regen eine Stunde lang fahren.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-05

    Eben das ist der Hintergrund. In Gegenden mit günstiger Topographie, guter Infrastruktur und kurzen Entfernungen ist das Rad an sich genial. Sobald aber einer dieser Faktoren nicht mehr gegeben ist, wird es schwieriger bis unmöglich. Manches lässt sich durch neuere Technologie (elektrischer Hilfsmotor, Kabinenroller) oder auch entsprechend angepasste Infrastruktur ausgleichen. Ich möchte dahingehend auch auf das Problem der Fahrradmitnahme in Bahn, Straßenbahn und Bus hinweisen.

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  • Thanatos
    Thanatos
    2019-05-05

    tl;dr Es folgt ein unkonstruktiver Rant über Verkehr in Berlin :D

    Potsdam hat recht gute Radwege und, meiner Erfahrung nach, sind die Verkerhssitten dort einfach besser als in Berlin. Potsdam hat auch so Schilder, wo gemeinsame Wege von RadlerInnen und FußgängerInnen gekennzeichnet werden und da steht... STAUN... das Wort Rücksicht drauf! :O

    In Berlin allerdings... Ja, wir könnten geile Radwege haben, aber jeder Diskurs über Verkehr ist hier wie ein Krieg. AutofahrerInnen sind einfach nur aggro, selbst als Fußgänger muss ich oft nochmal bei grün extra gucken, ob nicht ein SUV 60km/h an der Kreuzung mal eben links einbiegt und mich an der Ampel nicht sieht. Was FahrradfarherInnen so alles mit Autos mitmachen müssen, wissen wir ja alle...

    FahrradfahrerInnen müssen spontanen Baustellen ausweichen, fahren dann auf den Gehweg und knallen dann, weil sie nicht schnell genug reagieren können, in Menschen rein. Andererseits werde ich als Fußgänger auch schnell zum Feindbild, wenn ich über die vielen GeisterfahrerInnen unter den RadlerInnen reden will und dass ich Weglaufende auf dem Fahrrad nicht in der selben Weise zur Rechenschaft ziehen kann, wie jemanden im Auto mit Schildern.

    In der Politik geht es ähnlich emotional zu. Da dürfen wir uns dann anhören, dass dem Deutschen das Auto weggenommen werden soll, dass wir uns den Schaden der Abgase oder Feinstaubs nur ausdenken, etc.

    Dann hab ich so das Bedürfnis einfach nach Holland oder Belgien zu ziehen. :D
    Ich war mal in Leuven für ein paar Tage und war begeistert, wie Leute dort über Verkehr denken. Wie einfach es dort ist, ein Fahrrad in Tiefgaragen zu parken, Fahrrad-Highways zu nutzen usw. Hier in Berlin hab ich gestern z.B. mehr als 6min gebraucht, um eine Straße zu überqueren. Die Ampel war buchstäblich nur einige Sekunden auf grün. Ich frage mich, wie eine Person mit Behinderungen über diese Straße kommt. Ich meinte dann wütend zu meiner Begleitung, da sollte es eine Unterführung oder, wie ich das vom Balkan als kostengünstige Version kenne, FußgängerInnenbrücken geben, die drübergehen. Die Person verstand das nicht so ganz recht. War aber auch ein notorischer Autofahrer. :D Just in dem Moment wechselt ein Fahrradfahrer und tut so, als wäre er ein Fußgänger, überquert fahrend die Ampel mit uns und knallt in meinen Ellbogen rein, obwohl die Überquerung breit genug für zig Leute ist. Als ich laut Hey schreie, guckt er mich an, als wäre ich Abschaum.

    Ein anderer Freund, gebürtig aus Texas, meinte letztens bei seinem Berlin Besuch: "I had no idea Berlin was so car-y". Also, wenn das jemand aus einem US-Staat sagt, in dem die Infrastruktur von Grund auf für Autos gebaut wurde...

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-05

    Also diese kombinierten Rad und Fußwege sind so eine Sache. Sind sie schön breit und gut gestaltet und es ist nicht zu viel Verkehr, dann gehen sie einigermaßen, können aber getrennte Wege nicht komplett ersetzen. Sind sie zu schmal und/oder es gibt zu viel Verkehr, dann sind sie ein Krampf.

    Das eine kaputte bzw. nur halbherzig umgesetzte Infrastruktur bullshit ist, brauchen wir wohl nicht extra erwähnen. Und dabei ist es egal um welche Infrastruktur es sich handelt.

    Und bei dem Besuch aus den USA kommt es darauf an wo er lebt. Es gibt auch in den USA durchaus Städte die nicht so stark aufs Auto ausgerichtet sind. Außerdem hast Du dort gerade in den flächenmäßig massiv ausgedehnten Wohngebieten oft nicht den starken Verkehr sondern so breite Straßen das sich Auto und Fahrrad gar nicht erst in die Queere kommen.

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  • Rasmus Fuhse
    Rasmus Fuhse
    2019-05-05

    Ich mag den Rant gegen Berlin, weil ich Berlin für eine ziemliche Miststadt halte (nichts gegen die Menschen dort, die sind oft nett und die besuche ich auch immer gerne).

    Ich erinnere mich noch daran, wie mein Bruder und ich mit dem Auto durch Berlin gefahren sind, links abbiegen mussten und bei Rot gehalten haben. Die beiden Autos hinter uns haben uns angehupt, weil wir nicht bei Rot über die Ampel noch rüberflitzt sind. Und ich betone: es war nicht gelb, sondern wirklich glasklares Rot. Da frage ich mich, wie die beiden Autos noch über Rot fahren wollten. Was geht bei denen schief?

    Fahrräder wären für Berlin kein Problem sondern eine Lösung. Fahrräder brauchen weniger Platz auf der Straße und die Fahrradfahrer sind meist auch ausgeglichener als Autofahrer. Plakatives Beispiel: wenn es keine Autos - also gar keine - geben würde, hätten wir keine Ampeln in Deutschland. Radfahrer unter sich können sich fast immer bequem überholen und einander ausweichen, wenn sie sich entgegen kommen. Da braucht es keinen meterdicken Mittelstreifen und Ampeln und auch weniger Parkplatzflächen. Berlin ist einfach eine überfüllte Stadt. Und da sollte man in Verkehrsarten investieren, die wenig Platz verbrauchen und nicht in die, die am allermeisten Platz verbrauchen. Das ist maximal unsinnig. Aber es ist auch so typisch für Berlin. Was unlogisch ist, wird dort besonders gern gemacht.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-05

    Naja Berlin ist das typische Beispiel einer weitgehend aufs Auto ausgerichteten Großstadt. Eben so wie man sie fast überall auf der Welt findet. Nur Fahrräder statt PKW ist auch keine Lösung, da nicht jeder die ÖPNV oder das Rad nutzen kann. Dazu kommt das Problem mit den Warentransport. Was aber eine Möglichkeit ist, ist den motorisierten Verkehr von großen 'Panzern' zu kleinen flexiblen Fahrzeugen (Siehe z. B. hier) Fahrzeugen zu ersetzen und die maximale Geschwindigkeit auf 25 bis 30 km/h herunterzuschrauben. Dadurch wäre der motorisierte Verkehr sowohl was die Größe als auch die Geschwindigkeit betrifft auf der selben Höhe wie der nicht motorisierte Fahrradverkehr. Es bräuchte keine Fahrradwege mehr sondern beide könnten auf schönen breiten Straßen fahren.

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    2019-05-05

    Gesetzgeber fahren Auto.
    Lobbyisten fahren Auto.
    Die Autoindustrie ist der größte Arbeitgeber.
    Berlin ist die Hauptstadt einer Autonation.

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-05

    Jo ich habe ja nur ne Möglichkeit aufgezeigt :-)

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  • Rasmus Fuhse
    Rasmus Fuhse
    2019-05-05

    Ja, Du hast zweifelsohne recht: man wird das Auto nicht komplett abschaffen können. Es gibt Autos, die gehören genau auf die Straße und erfüllen ihren Sinn sehr gut. Das mit den Ampeln von mir war mehr ein Gedankenspiel, das zeigen sollte, dass nicht die Radfahrer die Autofahrer ausbremsen, sondern es genau anders herum ist. Die Autos bremsen alle anderen Verkehrsteilnehmer außer vielleicht Bahn und Flugzeug aus und verbrauchen überproportional viel Platz. Wenn sich die Autofahrer also darüber ärgern, dass sie vor einer roten Ampel stehen bleiben, sollten sie sich über sich selbst ärgern. Ist meine Meinung.

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  • mʕ•ﻌ•ʔm  jeSuisatire bitPickup [italic~irony] .. ᘛ⁐̤ᕐᐷ
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    2019-05-05

    Wenn sich die Autofahrer also darüber ärgern, dass sie vor einer roten Ampel stehen bleiben,

    Alles eine Frage der Persepektive.

    "Jeder ist sich selbst der nächste" ..

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  • ravenbird@nerdpol.ch
    ravenbird@nerdpol.ch
    2019-05-06

    Wie gesagt wäre es im Stadtverkehr auf der Straße sinnvoll eine Mischung aus kleinen leichten elektrisch getriebenen Fahrzeugen, teilelektrisch getriebenen Fahrzeugen (also mit Pedalen) und Fahrrädern zu haben. Dazu eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 25-30 km/h. Dann würde der Verkehr wohl wieder richtig fließen und es bräuchte keine Radwege mehr. Verkehr der nur durch die Stadt durch geht sollte eh außen herum geführt werden. Für den ÖPNV sollte man da wo keine Schienen machbar sind Busspruchen einsetzen. Auch für den Lieferverkehr gibt es schon nette Ansätze, die aber noch nicht alles erfassen. Wird aber sicher noch.

    Was denkt Ihr wie flüssig der Verkehr auf den Straßen wäre, was man an Parkplätzen sparen könnte.

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