• needfulthing@diasp.org
    needfulthing@diasp.org
    2020-03-12

    Alter Falter. Sie schreiben "Man kann leider nicht mehr verhindern, dass viele alte Menschen an dem Virus sterben werden." und regen sich im nächsten Satz über die Egoisten in anderen Ländern auf. Das ist starker Tobak. Es ist gut für Sie, dass Sie keine Panik vor dem Virus haben, aber es ist mehr als fraglich, dass Sie die Meinung vertreten, man (aka der Einzelne) kann nichts ändern. Ich bin mir sicher, dass ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen das Thema sehr "interessant" finden. Für diese sind solche Kommentare ein Schlag ins Gesicht, denn jeder kann mit umsichtigen Verhalten dazu beitragen, dass sich die Infektion langsamer verbreitet und damit für die akut Gefährdeten eine bessere Versorgung gewährleistet werden kann. Dazu gehört auch, die Sache ernst zu nehmen und nicht einfach als gegeben abzutun. Eine grüne Zukunft ohne Öl nützt uns wenig, wenn die eigene Einstellung derart unempathisch daherkommt.

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  • Rasmus Fuhse
    Rasmus Fuhse
    2020-03-12

    needfulthing@diasp.org , was soll ich denn als Individuum machen? Hände waschen tue ich sowieso schon. Soll ich 30 Rollen Klopapier und billigstes Dosenravioli kaufen oder Desinfektionsmittel, das eh nicht besser gegen die Viren hilft als normales Händewaschen? Hilft das irgendwem? Soll ich panisch durch die Gegend laufen und allen Menschen erzählen, dass unsere ganze Gesellschaft zusammenbrechen wird? Freut sich da jemand aus der Risikogruppe drüber?

    Ich glaube, Du missverstehst mich einfach. Wenn ich sage "ich finde das Thema nicht spannend", dann bedeutet das soviel wie "ich wüsste nicht, was man dazu schreiben sollte, die Sache ist doch klar". Und vor allem heißt es nicht, dass alle Menschen das genauso sehen müssen wie ich. Wenn ich in der Risikogruppe wäre, würde ich mir auch mehr Gedanken machen. Aber bin ich nicht. Und ich muss nicht alles spannend finden, was irgendwer irgendwo auf der Welt spannend findet. Ich nehme mir ganz frech die Freiheit raus, selbst definieren zu können, was ich spannend finde.

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  • Rasmus Fuhse
    Rasmus Fuhse
    2020-03-12

    Brainwavelost, es stimmt, dass die Globalisierung so ein Virus nicht hervorbringt aber zumindest stark in der Ausbreitung begünstigt. Das ist auch durchaus schon lange bekannt. Seit 20 Jahren lese ich immer wieder, dass Wissenschaftler die Ausbreitung einer Pandemie simulieren, um zu verstehen, welche Maßnahmen geeignet sein könnten, um die Bevölkerung zu schützen. Flughäfen abschalten war früher immer der Notfallplan, wenn ich mich recht entsinne.

    Und in der Tat ist es zynisch, dass man weiß, dass Menschen durch die Verbreitung eines Virus sterben werden, man aber dennnoch die wirtschaftlichen Boni und vielleicht auch die kulturellen der Globalisierung vorzieht. Aber naja, irgendwo muss man den Strich ziehen. Verbieten wir uns den zollfreien Handel mit China, um 300 000 Menschen zu retten? Oder sollten wir besser gar nicht mehr vor die Tür gehen, um nochmal 300 000 Menschen retten?

    In der Summe ist diese Rechnung überdies sehr schwer anzustellen. Früher (TM) gab es keine Globalisierung, aber Seuchen hatten trotzdem viel mehr Menschen umgebracht, als Sars-2 es tun wird. Die Pest, die spanische Grippe. Diese Epidemien gab es auch, obwohl es keinen Turbokapitalismus gab. Und ich schätze es auch so ein, dass wir heute niemals eine so schlimme Epidemie wie die spanische Grippe haben werden; die spanische Grippe konnte nur deswegen so viele Menschen damals töten, weil die Hygiene aufgrund des ersten Weltkriegs so schlecht war. Derartige Zustände sind heute zum Glück undenkbar. Kann es also sein, dass die Globalisierung, weil sie Weltkriege verhindert (Weltkriege lohnen sich wirtschaftlich heute einfach nicht mehr, weil die Kosten dem Nutzen übersteigen), sogar mehr Menschen rettet als durch Corona sterben werden?

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  • needfulthing@diasp.org
    needfulthing@diasp.org
    2020-03-19

    @Rasmus Fuhse
    Ich habe verstanden, dass Sie sich Ihr Desinteresse herausnehmen, weil Sie das Virus (anscheinend) nicht betrifft und kann nur hoffen, dass sich Ihre Meinung in den letzten sieben Tagen geändert hat. Ich bin davon überzeugt, dass eine derartige Einstellung denen Vorschub leistet, die gerade auf alles scheißen, die in Studentenwohnheimen gerade Weltuntergangsparties feiern, die zu tausenden in Berliner Parks den Frühling genießen oder die zu zehntausenden beim Spring Break abfeiern, als wäre nichts, während in Italien das Militär für den Abtransport der Toten angefordert werden muss. Was Sie als Individuum machen sollen? Ihre Einstellung ändern und anderen ein Vorbild sein wäre eine spontane Idee.

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