• Felix Tiede
    Felix Tiede
    2021-04-18

    Geraspora als großer (größter?) deutschsprachiger pod hat irgendwann zugemacht, weil zu viele Neuanmeldungen auf dem selben pod nach Betreiberansicht nicht zu einer Verbesserung, sondern "nur" zu einer Verlagerung des Problems führen.

    Ich habe meinen irgendwann auf Invitation-only umgestellt, weil ich genug von Spamanmeldungen und keine Lust auf Privacy-Kompromisse mit CAPTCHAs hatte - dafür ist das Ding einfach zu klein, als daß ich das leisten könnte oder wollte.
    Zumal auch anscheinend immer mehr rechte Schwurbler meinen, ihren geistigen Dünnpfiff hier verbreiten zu müßen.

    Ein Satz zu ActivityPub - das ist, nach dem, was ich von den d*-Entwicklern weiß, eine Metaprotokollspezifikation, bei der jedes Netzwerk seine eigene Geschmacksrichtung implementieren darf und in der Folge selbst mit dem Prädikat "ActivityPub" jeder potentielle Federationpartner einen Adapter für jedes unterstützte Netzwerk bereitstellen muß - ein Aufwand, den diaspora* nicht treiben will oder kann, auch und gerade weil diaspora*s Federation einen gegenüber ActivityPub grundlegend anderen Ansatz verfolgt.

    Kann durchaus sein, daß die Gesamtheit dieser Umstände für abnehmenden Zulauf sorgt.

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  • Ta Deus
    Ta Deus
    2021-04-19

    Ich beobachte immer gerne und regelmäßig den Hashtag #neuhier, weil ich es so toll finde, dass man hier so nett begrüßt wird und wie hilfsbereit alle sind. Leider wird das aber immer weniger.

    Du meinst es gibt weniger Beiträge mit #neuhier oder meinste es wird weniger Hilfsbereitschaft präsentiert?

    Früher haben sich mehr angemeldet. Dabei fällt doch #Facebook immer mehr in Ungnade und da müsste #Diaspora doch mehr Zulauf haben? Also woran liegt es? Ist Diaspora zu unbekannt oder geht die Post inzwischen viel eher bei #Mastodon ab?

    Ja ich denke, Mastodon ist einfach viel populärer. Ich benutze es parallel, weil ich in beiden Systemen seine Vorzüge sehe. Auf diaspora* kann man viel besser längere und fruchtbare Diskussionen führen, in denen man vor allem auch mal was ausformulieren kannn (dieser Beitrag hat JETZT schon 824 Zeichen). Auf Mastodon erreicht man vielleicht ein größeres Publikum und hat gefühlt auch mehr "Zufallskontakte" als auf diaspora*.

    Es gibt doch gerade im deutschsprachigen Raum viele engagierte Podmins oder sind diese Pods alle ausgelastet und nehmen keine neuen Nutzerinnen mehr auf?

    Gibt es 'fjeden, aber tatsächlich nicht so viele. Wenn ich auf https://podupti.me/ mal filtere:

    • diaspora (halbwegs aktuelle Version nix älter als 0.7.10)
    • Registrierungen offen
    • mindestens 1 Monat existent
    • Deutschland

    komme ich auf 14 Pods (und noch einer in der Schweiz). Also es ist jetzt nicht direkt eine Armee an Podmins, die dahinter steht. Für den Alltag ist das kein Problem, praktisch ist ja egal wo sich mein Pod befindet, solange ich eine gemeinsame Sprache mit dem Podmin teile. Aber für deine Idee…

    Ich habe überlegt ob man mal statt Cryptopartys Onboarding-Partys für Diaspora machen müsste.

    …aber für deine Idee der Onboarding-Parties sind 14 Podmins halt nicht soooo viel, wenn man die da "mit im Boot" haben will. Vielleicht lohnt es sich aber zu recherchieren, wo diese 14 Leute wohnen, wenn man mal so 'ne Onboarding-Party macht und jemand von denen wohnt in der Nähe kann man die eine Person vielleicht als Expertin dabei haben.
    Is' aber alles eher ein Thema für nach der Pandemie oder?

    Ich habe zumindest im Rahmen des #chaoscommunicationcongress hier und da schonmal jemandem einen diaspora*-Account übergeholfen, es ist halt ganz cool wenn man als interessiere Person jemanden hat dem oder der man Löcher in den Bauch fragen kann und der oder die dann auch genug Ahnung hat um das meiste davon zu beantworten (wie funktioniert das mit der Föderation? wer kann mein Profil sehen? wie viele Leute erreicht man so? Was bedeutet 'Aspekte'?…)

    Schade wäre doch wenn dezentrale freie Netzwerke schon wieder total “out” sind im Mainstream …

    Ich glaube dezentrale Netzwerke erleben einen Hype wie noch nie. Jahre lang dümpelte status.net / identi.ca / GNUsocial in einem Schattendasein vor sich hin, genutzt von ein paar Hardcore-Nerds, aber oft irgendwie parallel zu Twitter.
    Diaspora* hat da meiner Meinung nach eine Tür aufgestoßen, aber der "Durchbruch" (erm naja *räusper* #wissensschon) kam halt mit #ActivityPub und Mastodon, denn dort tummeln sich neben Computer-Nerds (die über die Jahre auch einfach mehr geworden sind, Computer sind halt kein Nieschenthema mehr) auch genug politische Aktivistinnen, Künstler, Institutionen, Politikerinnen (naja nicht sooo viele XD) und so fort.
    Kurzum: Mastodon bzw. das Fediverse um ActivityPub scheint der aktuelle Sieger im "Kampf" um dezentrale soziale Netzwerke zu sein. Ich benutze diaspora* trotzdem sehr gerne, weil hier andere Leute sind, weil man hier auch eher mal privater kommuniziert (auf Mastodon ist eher alles öffentlich) und und und. Also wie gesagt, ich sehe Vorzüge und Probleme mit beiden Netzwerken bzw. Softwaren.

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  • BlackPearl
    BlackPearl
    2021-04-20

    Du meinst es gibt weniger Beiträge mit #neuhier oder meinste es wird weniger Hilfsbereitschaft präsentiert?

    Die Hilfsbereitschaft ist nach wie vor super aber es melden sich weniger Neue an und die meisten von denen schreiben nur einen Eintrag und werden dann nicht mehr gesehen :(

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  • Felix Tiede
    Felix Tiede
    2021-04-20

    Die Hilfsbereitschaft ist nach wie vor super aber es melden sich weniger Neue an und die meisten von denen schreiben nur einen Eintrag und werden dann nicht mehr gesehen :(

    Das könnte auch schlicht daran liegen, daß eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Netzwerk von diesem selbst nicht erfüllt wird.

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  • BlackPearl
    BlackPearl
    2021-04-20

    Das könnte auch schlicht daran liegen, daß eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Netzwerk von diesem selbst nicht erfüllt wird.

    Also auf Facebook interessiert es niemanden wenn man sich frisch angemeldet hat. Nur dadurch, dass man Freundschaftsanfragen stellt bekommt der Bekanntenkreis mit, das man da ist. Wenn man hier Begrüßungen von der Community bekommt, denke ich ist das schon viel Wert. Keine Ahnung was man da noch erwartet. Die schlanke übersichtliche Oberfläche wurde gelobt und dass da im Detail Funktionen fehlen merkt man als Neuling nicht sofort.

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  • Felix Tiede
    Felix Tiede
    2021-04-20

    @Rudolf Goldman 😷
    Die pod-übergreifenden Links funktionieren inzwischen zuverlässig - wenn denn der pod auf einer hinlänglich aktuellen Version ist.

    "Da geht ja fast gar nichts" bezieht sich meines Wissens übrigens nicht auf den Feature-Satz, sondern auf die Aktivität im Netzwerk: Hier wird halt nicht im Halbsekundentakt unwichtiges Halbzeugs in die Welt geblasen.

    Genau das scheint aber die Erwartungshaltung der Wechselwilligen zu sein.

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  • Ta Deus
    Ta Deus
    2021-04-20

    also ich könnte mir vorstellen, was den Leuten fehlt sind ihre Kontakte.
    soweit ich weiß schlagen die großen Netzwerke ziemlich zügig Leute, die man kennt als Kontakte vor.

    in Diaspora klappt das in der Regel nicht, kaum jemand auf Diaspora habe ich außerhalb des Netzwerks kennengelernt.
    ich habe schon viele getroffen und aus „online Kontakte“ wurden „Anfassen-Freunde“ aber ich wüsste niemanden, bei dem oder der es umgekehrt wäre und auch geblieben ist.

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  • Oliver
    Oliver
    2021-05-01

    Auf Desktop nutze ich lieber Diaspora und Friendica, auf Tablet und Smartphone lieber Mastodon. Und ich denke, die Verschiebung der Nutzungsgewohnheiten wird entsprechend dazu beitragen, dass Mastodon einigermaßen gut von der Situation profitiert. Der Absturz von Facebook hängt meines Erachtens nicht nur mit deren katastrophalem Management und Datenschutz zusammen (sonst wäre der WhatsApp-Zug ja schon lange abgelaufen), sondern eher mit der abnehmenden Bereitschaft, sich an eine Tastatur zu setzen.
    Was Diaspora betrifft, sprechen 2 Gründe dagegen, weshalb ich hierher kaum einlade:
    a) Wer keine Nerd-Tendenz und Google+ nie genutzt hat, wird vom Aufbau zwangsläufig verwirrt sein. Mir war G+ deutlich lieber, ich empfand es vor allem als übersichtlicher als Facebook. Aber wer es nie genutzt hat, wird sich für Diaspora wohl schwer begeistern lassen.
    b) Im Gegensatz zu Friendica kann ich hier anscheinend keinen Kontakten aus dem Fediverse folgen, was ich schade finde.
    Aber ich bleibe hier und aktiv - und wenn ich mit Leuten ins Gespräch komme, die G+ tatsächlich mochten, dann empfehle ich Diaspora auch gerne weiter.

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  • conny wilmering BA.
    conny wilmering BA.
    2021-05-07

    https://youtu.be/XN0daL5cwlQ

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  • Kristian R.
    Kristian R.
    2021-05-07

    Bei allen Fortschritten bedienen "alternative" Netzwerke außerhalb von Facebook, Twitter, ... letztlich trotzdem noch einen Nischenmarkt. Wer mit seinen Kontakten kommunizieren möchte, sich für bestimmte Themen interessiert oder in bestimmten sozialen Gruppen, die sich digital organisieren, "aktiv" ist, kommt leider nur allzu oft an den geschlossenen großen Systeme nicht vorbei. An diesem Umstand sind auch andere ambitionierte Vorhaben (siehe G+) letztlich gescheitert.

    Die "freien" Netzwerke helfen hier ihrerseits noch nach dadurch, dass man die Nutzerschaft eher spaltet als eint: Der Fokus liegt (siehe activitypub und die ganze verwandte Diskussion) viel eher auf Technologie, Bits und Protokollen als darauf, was es braucht, um eine kritische Masse von Nutzern mit einem schlüssigen Konzept und halbwegs bedienbarer Software von Facebook und Co. wegzulocken, um damit solche Systeme für solche Menschen interessant zu machen. Der Argumentation "Facebook ist ein böser walled garden, offen ist besser!!!!" stehen dann in der Praxis eine unüberschaubare Menge von Systemen und Protokollen gegenüber, die alle eher schlecht als recht zusammenspielen (siehe etwa Threading und Länge von Posts bei der Kommunikation zwischen Mastodon und Friendica), teilweise (siehe Diaspora vs. activitypub oder "alle" vs. movim) überhaupt nicht vernünftig miteinander "reden" können, ... . Das merke ich selbst auch sehr massiv bei Nutzern: Themen wie #neuhier "trenden" (hier wie auch bei Mastodon) vorhersagbar immer dann, wenn Facebook oder Twitter wieder einmal negative Presse machen. Danach flaut das jedes Mal wieder ab, und selbst das, was bis dahin passiert ist, ist selten bis nie nachhaltig. Meine Timeline bei Diaspora ist mehrheitlich FLOSS und alles, was damit zu tun hat. Meine Timeline bei Mastodon ist FLOSS, LGBTQ/Diversity, ein wenig Privatsphäre/Datenschutz und ansonsten im Wesentlichen Content von Twitter-Crosspostern, die zwei Accounts haben, Mastodon aber nicht wirklich nutzen. Schade eigentlich. Im Blick auf die Freien sozialen Netzwerke scheint es wie immer: "Divide et impera" funktioniert. Facebook und Co. gewinnen, weil sich die "Alternativen" in technischem Klein-Klein verlieren und niemand willens oder imstande ist, ein größeres, ganzheitlicheres Bild zu verfolgen. Die nächste zugehörige Diskussion ist WhatsApp vs. Signal/Threema vs. XMPP/Matrix. :(

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  • Oliver
    Oliver
    2021-05-07

    Als ich mich damals bei Facebook registriert habe, brauchte man keinen Messenger oder eine Facebook App - der Facebook Chat war ja schlicht per XMPP zugänglich.
    Ansonsten hat die Vielfalt an Netzwerken meines Erachtens auf jeden Fall ihre Daseinsberechtigung. Sei es bei den "Vorbildern", sei es im Fediverse. Was ich früher auf Facebook geteilt habe bzw. heute bei Friendica teile, ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht - dort landen auch private Fotos vom Ausflug. Anderseits finde ich es toll, auf Mastodon/Twitter so viele neue Leute mit ähnlichen oder tollen neuen Ideen zu finden und kennenzulernen. Hier bei Diaspora bin ich für intensive Debatten und Gleichgesinnte - halte es aber für Leute, die nicht am Desktop zuhause sind, nicht für die geeignete Plattform.
    Die Netzwerke finden natürlich keinen gewaltigen Input, wenn immer einzelne Nutzer:innen sich dazugesellen und dann auf keine Aktivität im Netzwerk stoßen. Hier könnte beispielsweise die EFF einen Aktionstag ähnlich dem #DeleteWhatsAppDay von Threema starten. Das eben rechtzeitig mit ein paar Vertreterinnen und entsprechenden Beiträgen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesetzt, lässt sich da eben schon etwas in Bewegung setzen. Dass die EFF selbst auf Facebook, aber nicht im Fediverse vertreten ist, ist ja ohnehin noch so ein Kuriosum für sich.
    Was die Monotonie an Themen betrifft, empfiehlt es sich sonst eben, alternative, geschlossene Instanzen zu durchsuchen. Viele Accounts, denen ich bei Mastodon folge, sind etwa auf gruene.social, scholar.social oder OpenBiblio aktiv. Sucht diese Leute eben, aktiviert und motiviert sie - und euer Umfeld. Ich bin ja selbst ein Teil von Die-PARTEI.social - und leider ist die Netz-/Datenschutzaffinität da bislang zu überschaubar, um viele Leute zu motivieren. Aber es wird. 😉

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  • Steffi Mania
    Steffi Mania
    2021-07-29

    Gerne würde ich dauerhaft von Facebook weg und ich versuche immer wieder meine Freunde von Diaspora oder Mastodon (ich nutze beides) zu überzeugen, damit sie wechseln. Es sind halt alle bei FB oder Insta. Nicht nur die Freunde, sondern auch andere „Personen des öffentlichen Lebens“ denen man folgen möchte. Diaspora kennen die meisten nicht mal. Noch nie von gehört (könnte ein Grund sein) Und alle schimpfen über FB, sehen aber die Alternative gar nicht. Es fehlen auch viele Funktionen, die ich hier einfach vermisse. Vor allem Gruppen, Seiten und Chats.

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  • Oliver
    Oliver
    2021-08-11

    @Steffi Mania Hoffen auf Aardwolf. Dem drölfzigsten Ansatz, der dann aber wirklich zündet. 😉
    Werde mir mal "Zap" noch ansehen. Dafür gibt's nahezu gar keine öffentlichen Instanzen, ist offenbar tatsächlich der Versuch, Facebook von vorne bis hinten 1:1 zu übernehmen - nur ist das Design irgendwie 2005 stecken geblieben. Hier ein Profil als Beispiel, zap.dog ist für Registrierungen offen.

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  • Thorsten
    Thorsten
    2021-10-16

    Sehe jetzt erst - aber Diaspora Onboarding Parties find ich gut.. falls das jemand organisiert..

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  • BlackPearl
    BlackPearl
    2021-10-17

    Ich habe neulich im öffentlich-rechtlichen einen Podcast über die Facebook-Whistleblowerin gehört und dort sagten sie: "Es gibt Alternativen wie das Fediverse aber das ist so unbekannt weil es dafür keine Werbung gibt."

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