• krutor
    krutor
    2022-08-10

    Blöd dass das in Stuttgart mit dem neuen Bahnhof nicht gehen wird, da wurde schon vor dem Bau eine kürzere Umstiegszeit als die aktuelle verwendet um die "Leistungsfähigkeit" des Bahnhof zu zeigen.

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  • Felix Tiede
    Felix Tiede
    2022-08-11

    Mal versucht, in Kassel-Wilhelmshöhe mit Gepäck innerhalb von 10 Minuten vom Regionalbahnsteig zu den ICE-Gleisen zu gelangen?
    Hannover gewährt 8 Minuten. Auch das ist recht sportlich, wenn mensch nicht gerade neben einem Treppenaufgang aussteigt. Von den Kollateralschäden beim Hochgeschwindigkeitspflügen durch die Passaten im Tunnel zwischen den Bahnsteigen ganz zu schweigen.

    Berlin-Hauptbahnhof. Ja. Von Hbf-tief (Nord-Süd-Achse) zu den Gleisen unter'm Dach (Ost-West, S-Bahn) sind es fünf(!) Ebenen und für mobilitätseingeschränkte Personen durchschnittlich drei(!) Fahrstühle mit der Gemütlichkeit eines Kreuzfahrtkapitäns zwei Tage nach der Pensionierung. Da ist eine Umsteigezeit von 30 Minuten eine einzige Frechheit.

    In Osnabrück gibt's immerhin Treppen zwischen fast allen sich kreuzenden Bahnsteigen, da besteht die Kunst "nur" darin, die richtige Treppe zum Anschlußzug zu finden.

    Von den Kopfbahnhöfen Stuttgart, Leipzig, Frankfurt/Main und Hamburg-Altona fange ich lieber gar nicht erst an.

    10 Minuten Umsteigezeit sind auf quasi allen Bahnhöfen der blanke Hohn. Selbst, wenn die Züge pünktlich fahren (oder der Anschlußzug wartet).

    Letztlich bleibt die Erkenntnis, daß mehr Pünktlichkeit 'ne gute Sache wäre - die ist aber nunmal kaum zu garantieren. Mehr Umsteigezeit bei der Reiseplanung führt jedoch zwangsläufig zu verbessertem Ankunftsverhalten, eben gerade weil mal fünf bis sieben Minuten Verspätung auf einer Teilstrecke nicht gleich zum Ausweichen auf den nachfolgenden Zug zwingen.

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  • Felix Tiede
    Felix Tiede
    2022-08-11

    Nachtrag: Auf der Bahn rumhacken ist leicht, aber was macht der Durchschnittspassagier eigentlich, wenn die Fluglinie einen Flieger ersatzlos streicht - wegen eines technischen Defekts?

    Bei der Bahn setzt mensch sich einfach in den nächsten Zug, der ungefähr in die richtige Richtung fährt. Versucht das mal am Flughafen. Viel Spaß.

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  • Christoph S
    Christoph S
    2022-08-11

    Ja Kassel Wilhelmshöhe hab ich schon oft erlebt, das ist sportlich

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  • krutor
    krutor
    2022-08-11

    Da hast schon recht @Felix Tiede zumindest wenn man die DB nimmt. Mir ist mal ein Flixtrain ausgefallen, die haben mir für eine 600km Strecke dann einen Bus als Alternative angeboten... seitdem fahre ich etwas gerne DB als vorher ;) es ist nicht alles schlecht das stimmt.
    Das Problem daran, dass etwas noch schlechter ist, ist das Phänomen des "Race to the bottom" also schlechter geht immer, daran sollten wir uns nicht orientieren denke ich. Schweiz und Japan machen vor dass es anders geht. Gerade wenn man gern zu fährt, dann tut es schon weh wie schlecht es stellenweise funktioniert.
    Ist jetzt nicht wirklich Evidenz, aber ich erinnere an meine letzte fahrt in die Schweiz, da musste ich nach Genf, das ist mit umsteigen in Zürich und von mir aus fährt man etwas länger in der Schweiz als in Deutschland. In der Schweiz gab es genau 0 Probleme. Rückfahrt 1 Halt Deutschland, zack Weichenstörung, da waren wir gute 10 Minuten in Deutschland und standen erstmal genauso lange. Symbolischer gehts nicht.

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  • Felix Tiede
    Felix Tiede
    2022-08-12

    @krutor aka Simon:

    […] das Phänomen des “Race to the bottom” also schlechter geht immer […]

    Mir geht's gar nicht um "schlimmer geht immer", Das stimmt sowieso. Und daß Bahnverkehr auch anders funktionieren kann als diese Katastrophe, die wir in Deutschland als solchen bezeichnen, ist mir durchaus bewußt.

    Ich finde nur, wir sollten bei aller berechtigten Kritik an der Deutschen Bahn AG nicht aus den Augen verlieren, daß wir ähnliches auch den Fluggesellschaften bzw. Flughafenbetreibern vorwerfen sollten - besonders im Moment mit dem hausgemachten Kofferchaos - und auch die Autobahnen nicht ausschließen dürfen. Schließlich gibt's auch dort öfter mal Grund zum Verdruss, wenn ein sog. "Unfall" - oder "Bauarbeiten" - mal wieder für verzögertes Eintreffen am Zielort sorgen.

    Die Wahrheit ist doch, daß kein Verkehrsmittel 100% Zuverlässigkeit garantieren kann. Das ist kein Grund, nicht danach zu streben, aber die Bahn jetzt als das Mieseste von allen (ja, im internationalen Vergleich der Bahnen ist die Deutsche Bahn eher Schlußlicht) Verkehrsmitteln hinzustellen, schießt in meinen Augen über das Ziel hinaus.

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  • Carsten Raddatz
    Carsten Raddatz
    2022-08-12

    Die Überschrift klingt fast nach dem Postillon. ^^

    Mir gefällt das Argument dass Mobilitätseingeschränkte von längeren Umsteigezeiten profitieren. Als Jungstudent ein Umsteigen in drei Minuten schaffen, das ist ja sicher nicht der Maßstab.

    Das Verlängern dürfte auch gut zum kommenden "Deutschlandtakt" passen, d.h. regelmäßige Anschlüsse möglichst überall. Hier ist der Postillon endgültig raus.

    Die eigentlichen Probleme müssen darüber hinaus behoben werden. Neue Strecken/Wiederinbetriebnahmen, mehr Personal, bessere Organisation der 1000+ Tochterfirmen untereinander sind da nur ein Teil.

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