• Diggers
    Diggers
    2022-09-11

    Ich mag zwar die Computersprache nicht, aber den Text findet ihr auch hier unter
    4. Kapitel Radikale Aufklärung – Freiheit, unser höchstes Gut?

    https://word.undead-network.de/category/radikale-aufklaerung/

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  • Reverend Elvis
    Reverend Elvis
    2022-09-11

    Danke fürs teilen!

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  • Diggers
    Diggers
    2022-09-11

    Nein, Danke Dir für diese Serie.

    Ich finde diesen Text besonders gelungen.

    Ich finde den Begriff "Freiheit" aber philosophisch besonders interessant. Weil er eben nicht frei von Widersprüchen ist.
    Also die Freiheit eines Einzelnen ist etwas anderes als die Freiheit eines Gruppe, etc.
    Aber ja, da spielt die Dialektik, die hier angesprochen wird, wieder eine große Rolle. Ich bin aber nicht bei Hegel, denn das würde ja bedeuten, das wir letztlich einen Fortschritt an Freiheit bekommen würden. Aber "vogelfrei" ist eben auch nicht wirklich frei.

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  • Reverend Elvis
    Reverend Elvis
    2022-09-11

    Das ist wirklich eine interessante Frage. Haben Marx und Hegel recht und gibt es eine historische Entwicklung des Menschen? Oder kommt einfach alles nur wieder und wieder. Ich für meinen Teil glaube daran, aber „Glauben“ ,na ja, bedeutet nicht viel.
    Wo ich aber sicher bin, und was ich hier auch versuche zu beweisen, ist das die Freiheit nicht verhandelbar ist. Der freie Wille ist angeboren und kann höchstens unterdrückt werden. Ich weiß das Teilen nicht alle. Aber ich denke nicht, dass es eine gute und eine schlechte Freiheit gibt. Es wird ja heute oft so behauptet.

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  • Diggers
    Diggers
    2022-09-11

    @Reverend Elvis: Sorry, muss gerade weg, aber dazu werde ich noch etwas schreibe.

    so long , eine schöne Zeit. :)

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  • Diggers
    Diggers
    2022-09-11

    @Reverend Elvis:

    Also, ich gebe zu, dass ich eigentlich aus einer Richtung komme, welche die Gleichheit über die Freiheit gestellt hat.
    Das lag vielleicht auch an der Tatsache und dem Gefühl, der eigenen geistigen Freiheit, dass ich der Freiheit damals zu geringe Bedeutung beigemessen habe.

    Nicht erst seit der Pandemie, sondern schon seit der Tatsache, dass schon in den Jahren davor immer mehr von Alternativlosigkeit gesprochen wurde, habe mich umdenken lassen.
    So dass ich mich immer mehr von den alten politischen Richtungen abgewendet habe und mehr Sympathie für die Ideen der organisch Radikalen entwickelt habe.
    Wobei organisch hier nichts mit Organismus oder so zu tun hat, sondern mit Lebendigkeit.

    Aber jetzt zu dem was Du oben schreibst

    Aber ich denke nicht, dass es eine gute und eine schlechte Freiheit gibt.

    Es gibt nicht eine gute oder schlechte Freiheit, aber die Freiheit sollte mensch eben auch dialektisch sehen.
    Ich bin kein verehre von Fichte, aber auch das philosophische Denken geht ja eines aus dem anderen hervor.
    Deshalb hier mal nur so ein paar Sachen über die ich da schon immer gestolpert bin.

    Jeder schränkt, da alle gleich sind, rechtlich die Freiheit jedes anderen um soviel ein, als dieser die seinige einschränkt. Diese Gleichheit der Beschränkung aller durch alle, liegt im Rechtsgesetze, und hängt von der Willkür nicht ab.
    Welche bestimmte Sphäre der Thätigkeit aber jedem ausschliessend verbleiben solle, deren nunmehr die anderen um dieses Einen willen sich zu enthalten haben, müssen sie verabreden; darüber bestimmt weder die Natur noch das Rechtsgesetz irgend etwas, sondern lediglich ihre freie Willkür. Es ist also ein Vertrag zu schliessen. (Fichte-W Bd. 3, S. 445)

    Sie erfreut mehr die List des Erstrebens, als die Sicherheit des Besitzes. Diese sind es, die unablässig nach Freiheit rufen, nach Freiheit des Handels und Erwerbes, Freiheit von Aufsicht und Polizei, Freiheit von aller Ordnung und Sitte. Ihnen erscheint alles, was strenge Regelmässigkeit und einen festgeordneten, durchaus gleichförmigen Gang der Dinge beabsichtigt, als eine Beeinträchtigung ihrer natürlichen Freiheit. Diesen kann der Gedanke einer Einrichtung des öffentlichen Verkehrs, nach welcher keine schwindelnde Speculation, kein zufälliger Gewinn, keine plötzliche Bereicherung mehr stattfindet, nicht anders als widerlich seyn. (Fichte-W Bd. 3, S. 511)

    Also warum es mir hier geht. Freiheit ist ja lange genau das gewesen, was die Leute gefordert haben, die einen Vorteil gegenüber anderen hatten.
    Deshalb ja die Forderung, das es echte Freiheit nur unter gleichen geben kann.
    Wie ist es aber dann in einer Gesellschaft, so wie die heutige, welche definitiv nicht egalitär ist?

    Solidarität ist lange Zeit ein Mittel der unteren Klassen gewesen, um sich gegen die oberen Klassen zu behaupten.
    Aber der Faschismus hat die Solidarität weg von der Klasse gebracht und hin zu einer Volks-Solidarität.
    Es ist genau diese Solidarität an der vor allem auch linke Gruppen während dieser Pandemie appelliert haben und damit eigentlich schon der unteren Klasse einen Arschtritt verpasst hat.

    Aus diesem Grunde versucht ja auch die liberale, pseudo-Linke die Leute im Widerstand als egoistische Arschlöcher darzustellen.

    Deinen Text oben finde ich klasse, weil das erste mal in meinen Leben damit konfrontiert wurde, das Freiheit nicht selbstverständlich ist und das Menschen sehr schnell bereit sind, diese Freiheit aufzugeben.
    Das verstörende ist dabei, dass die obigen Ausschnitte wo es ja vornehmlich um Freiheit des Handels geht, für mich ja noch erklärlich sind, weil hier Menschen die Freiheit fordern um für sich einen Vorteil zu generieren.
    Aber heute sind die Menschen bereit die Freiheit aufzugeben, ohne dadurch wirklich einen Vorteil zu haben, sondern einfach nur aus Angst noch mehr Freiheit zu verlieren oder aber um nicht ausgegrenzt zu werden.

    Besonders verstörend finde ich dabei, dass anders als es frühere Menschen der Aufklärung gefordert haben, dass Kinder und Jugend sich weitestgehend selbstständig zu entwickeln, während sie heute eindeutig indoktriniert wird. Sowohl in Institutionen, wie auch durch Technik.
    Aber ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen glauben, dass die Jugend heute freier denn je ist.
    Deshalb spreche ich nicht von positiver oder negativer Freiheit, sondern von der Verknüpfung von Freiheit mit der Unfreiheit.

    Verstehst Du was ich meine?

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  • Reverend Elvis
    Reverend Elvis
    2022-09-12

    Interessant. Muss ich jetzt mal nachdenken ;)

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  • Reverend Elvis
    Reverend Elvis
    2022-09-12

    ich hab ja in dem Text die Freiheit im aufklärerischen Sinne als freien Wille des einzelnen Menschen gesehen. Ich war da immer Crowley freund "mach was du willst ist das höchste Gesetzt." meiner Meinung nach die höchste Form der Ethik.
    Kann natürlich auch die höchste Form der Barbarei sein. Das ist halt wahre Dialektik und nur so kann man es lösen, denke ich. Ist halt anstrengend. Deswegen sind einfache Erklärungen zu jeder Zeit sehr populär gewesen und sind es auch heute.

    Was ja jetzt oft rausgeholt wurde, ist der kantische Imperativ. meine Freiheit würde da Enden, wo die der anderen beginnt. Natürlich ziehen die anderen die Grenze und ich hab mich dranzuhalten. Das ist um so befremdlicher da Kant da lange widerlegt ist. "Des eine Freud des anderen Leid" so einfach sind die Dinge halt nicht.. aber es lohnt sich, die zu bedenken.

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  • Diggers
    Diggers
    2022-09-12

    @Reverend Elvis: Danke, für Deinen Kommentar.
    Ich bin da auch noch zu keinen abschließenden Urteil gekommen.
    Ich kann schon versehen, warum einfache Erklärungen populär sind und waren.
    Denken macht einen nämlich nicht immer glücklicher. Also auch die Freiheit des Gedankens kann einen unfreier machen.
    Populär ausgedrückt: Wenn ich nichts weiß, kann ich auch für nichts verantwortlich sein.
    Aber mensch kann sich nicht nur in seinen eigenen Gedanken verlieren, es ist auch nicht einfach sich in die Gedanken anderer zu versetzen.
    Gerade bin ich doch leicht überfordert, diesen Text hier zu verstehen. Obwohl ich ihn irgendwie auch spannend finde.

    Vielleicht findest Du den Text ja auch interessant und verstehst ihn sogar ;)

    »Aber ich habe immer wieder das Gefühl, daß man, wenn man es nicht im Negativen aushält oder zu früh ins Positive übergeht, dem Unwahren in die Hände arbeitet.«

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  • Diggers
    Diggers
    2022-09-17

    Auch ohne komplizierte Texte.
    Es sollten meiner Meinung nach, Begriffe immer definiert werden, bevor mensch diese irgendwie als Maxime benutzt.
    Gerade jetzt, in einer Zeit, wo Menschen, welche auf bestimmte Freiheiten bestehen, von anderen Menschen als Antisemiten, Rechte oder bloß Volksfeinde bezeichnet werden, sollte doch die Frage gestellt werden, was schreibt sich denn da eine Gesellschaft, welche sich selber als frei definiert und andere als unfrei, eigentlich auf die Fahne. Also was ist für diese Menschen Freiheit.

    Lassen wir doch bitte auch mal bewertenden Begriffe, wie positive oder negative Freiheit beiseite.
    Welche Formen der Freiheit gibt es denn?
    Ich kann frei von etwas sein oder ich kann frei sein etwas zu tun oder zu lassen.
    Von etwas frei sein, das sollte klar sein, muss von einem Individuum nicht immer begrüßt werden.
    Hier passt eben auch dieses "vogelfrei", frei von gesellschaftlichen Kontakten, frei von Zuneigung und Liebe, etc.
    Stattdessen ist die Handlungsfreiheit etwas, was ich wohl stets begrüßen werde, auch wenn diese Tatsache mich vor einer wahren Zerreißprobe der Wahl stellen kann.
    Aber für mich das aller höchste Gut der Freiheit ist die gedankliche Freiheit, die Freiheit des Denkens.

    Und gerade diesen letzten Punkt sollten wir dann doch mal genauer betrachten, in unserer westlichen Welt. Sind wir wirklich frei im Gedanken?
    Verbieten wir uns nicht teilweise diese Freiheit um andere Freiheiten nicht zu verlieren?

    Und gerade wenn mensch sich jetzt noch einmal die letzten Monate ansehen, welche Freiheit haben wir auf jeden Fall gänzlich aufgeben?

    Ich bin mir sicher, dass mensch zu alle dem auch etwas in den Klassikern von Fichte, Hegel und selbst bei Marx findet. Aber gerade die Tatsache, dass es in den letzten Monaten mehr um Reisefreiheit, Freiheit zum Konsumieren oder gar um die Freiheit eines Besuchs beim Frisör gegangen ist, welche mensch dann sogar mit Würde in Verbindung gebracht hat, sollte ein Beweis für unser Trugbild der Freiheit sein.
    Menschen, welche sich die Freiheit auf die Fahne schreiben, canceln hier und an andere Stelle eigenmächtig andere Meinungen und Ansichten, diffamieren sie und beleidigen Menschen nur aufgrund ihrer Ansichten.
    Wenn Mensch dann von Gedankenpolizei spricht, ist das schon wieder ein Beweis für Antisemitismus.
    Klar selbst in einem Gefängnis kann mir keiner die Freiheit meiner eigenen Gedanken nehmen. Aber brauche ich nicht vielleicht dazu auch die Freiheit, dass ich einen Gedanken fassen kann.
    Kann mir diese Freiheit nicht auch noch genommen werden?
    Ich spreche hier nicht von Gehirnwäsche, sondern von Gedankenüberflutung, davon einen gezielt gedanklich lethargisch zu machen oder einen mit anderen Reizen und Bedürfnissen, wie Sex, Genuss oder Rausch zu ködern?

    Ich glaube, wenn nicht schon vorher so viele kluge Menschen über den Begriff der Freiheit so viel geschrieben hätten, wäre heute keiner mehr in der Lage diesen Begriff zu definieren. Freiheit gilt als so selbstverständlich, dass selbst die Tatsache, dass Mensch nicht mehr andere Menschen wo, wann und wie treffen kann, wie mensch möchte, nicht mehr als Verlust von Freiheit wahrgenommen wird.
    Stattdessen dann aber paradoxerweise ein Handlung wie die Impfung, welche einen genau das dann wieder ermöglicht, sehr wohl als eben diese.

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  • Reverend Elvis
    Reverend Elvis
    2022-09-19

    Ja da hast du absolut recht. Das macht es ja so kompliziert. Hätten wir die Möglichkeit Freiheit oder Gleichheit oä. einfach zu definieren, wär ja alles gut und wir könnten dafür kämpfen.. aber an deine beispielen sieht man ja gut das es das nicht gibt. Ich versuche zu verstehen wie man trotzdem damit umgehen kann. https://word.undead-network.de/2022/09/14/5-kapitel-radikale-aufklaerung-die-dialektik-der-freiheit/

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  • Diggers
    Diggers
    2022-09-19

    Ja, ich finde Deinen Blog wirklich sehr interessant. Großes Lob.
    Für müssen ja auch nicht alle Philosophen werden, aber ich bin wirklich erschrocken, wie "geistig-beschränkt", also unfrei, unsere heutige Gesellschaft ist.
    Prinzipiell habe ich ja immer Hoffnung oder weil das ein dummes Wort, sogar die Erwartung, dass sich das wieder ändert, aber ich glaube das die Technik es verhindern wird.
    Um es mal klar zu sagen, wenn etwas absolut bestimmt ist, wie in diesem Falle die digitale Technik, dann gibt es wenig Raum für Gedanken. Dann gibt es eigentlich keine Möglichkeit zur Erkenntnis mehr, sondern nur noch lernen.
    Lernen welches sich in erster Linie um die Technik dreht.
    Ein Lernen welches letztlich die Technik immer weiter verbessern wird ,etc. Aber eben auch Gedanken die durch die Technik begrenzt werden.
    Ich glaube die Zukunft wird etwas sein wo es nur noch um die Handlungen an sich gehen wird. Diese Handlungen werden dann immer effizienter. Aus diesem Grunde wird Freiheit dann bedeuten, dass mensch prinzipiell mehr Freiheit hat, weil die einzelne Aufgabe weniger Zeit beansprucht, dass aber diese Freiheit anderseits an Technik gebundene Freiheit sein wird, also im Grunde Unfreiheit.
    Da aber dann keiner mehr echte Freiheit kennen wird, wird er auch nichts vermissen.

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  • Reverend Elvis
    Reverend Elvis
    2022-09-19

    Ja das ist ein guter Punkt. Technik als gesellschaftliches „Heilmittel“ wäre fatal und völlig falsch.

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