• Montag
    Montag
    2023-10-18

    Ach ja, falls der Artikel wieder hinter einer #Paywall verschwindet gibt es ja noch das Archiv:

    • https://archive.ph/c6jEt
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  • Wolfgang Strobl
    Wolfgang Strobl
    2023-10-18

    Solche "Radinfrastruktur" im Laufställchenstil könnte mich motivieren, wieder vom Fahrrad auf motorisierte Fahrzeuge umzusteigen. Einer vielleicht noch erträglichen Protzpromenade stehen aller Erfahrung nach Dutzende Verdrängungsmaßnahmen entgegen, wo man halt "Komprimisse schließen musste", die Mängel gar nicht erst sieht oder sie nicht sehen will. Mein Weg zur Arbeit quer durch Bonn und dann durch die Vororte aufs Land raus wurde erst erträglich, als ich Radwege und "Radinfrastruktur" mied, wo es noch ging. Unsere Kinder machen in Köln und Essen ähnliche Erfahrungen. Egal ob man es von der theoretischen oder von der praktischen Seite betrachtet, Radfahrende ziehen bei einer Verkehrstrennung fast immer den Kürzeren und es liegt nicht an der Ausführung, sondern am Prinzip.

    Eine Anekdote zum Umstieg noch: ein nur Auto fahrender Kollege merkte vor Jahren gesprächsweise mal an, er würde von Punkt A in Bonn nach Punkt B in Bonn ja vielleicht mal das Fahrrad nehmen, "wenn da ein Radweg wäre". Was ihm offenbar nicht aufgefallen war, da gab es seit vielen Jahren einen Radweg. Ich habe noch nie erlebt, dass irgendwer wegen eines Radwegs vom Auto aufs Fahrrad umgestiegen wäre und dann auch dabei geblieben wäre.

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  • Montag
    Montag
    2023-10-18

    Ja @Wolfgang Strobl ich weiß, Du lehnst Radwege komplett ab. Aber so lange es kein Tempolimit auf 30 km/h innerorts gibt (welches auch scharf kontrolliert wird) werden ganz viele Menschen niemals auf so einer Pendler Einfallsstraße mit dem Fahrrad im Mischverkehr zwischen PKWs, Bussen und LKWs fahren. Und das kann ich auch gut nachvollziehen.

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  • Wolfgang Strobl
    Wolfgang Strobl
    2023-10-18

    Du lehnst Radwege komplett ab

    Ich lehne zunächst mal benutzungspflichtige Radwege komplett ab und wundere mich immer wieder, warum Radfahrer so etwas fordern und eisern daran vorbeisehen, dass sogar nicht benutzungspflichtige, beliebige kaputte straßenbegleitende Radwege an gähnend leeren Straßen bisweilen dazu führen, dass auf der Fahrbahn fahrende Radfahrer dort durch Hupen, enges Auffahren oder sonstwie genötigt werden, auf den Radweg zu wechseln. Dieses Verhalten nimmt bei einer formalen Benutzungspflicht aber noch deutlich zu, an Fequenz und Gefährlichkeit. Nichts enthemmt Autofahrer*innnen so sehr wie das Gefühl, im Recht zu sein bzw. dass ihm oder ihr etwas weggenommen wurde. Etwa durch unbotmäßiges Verlassen eines Radwegs.

    Fünfzig Jahre Radwegebau in allen Varianten und Geschmacksrichtungen hat nicht dazu geführt, dass in nennenswertem Umfang auf das Fahrrad als Verkehrsmittel umgestiegen wurde. Kein Mensch antwortet auf die Frage "warum fährst du die zehn Kilometer mit dem Auto statt mit dem Rad?" mit "Weil ich ein fauler Sack bin und mir das zu anstrengend ist!" oder "Weil die Fixkosten des Autos schon bezahlt sind und es fahrbereit vor der Haustür steht", sondern mit "Weil da kein Radweg ist und mir das zu gefährlich ist". Ob bzw. wann es tatsächlich gefährlich ist und ob da ein Radweg ist oder nicht, spielt keine Rolle. Man muß kein Psychologe sein, um den Mechanismus dahinter zu verstehen.

    Ein tatsächlich durchgesetztes Tempolimit von 30 km/h auch auf Durchgangsstraßen würde ich mir als Stadtbewohner sehr wünschen, vornehmlich wegen des Lärms. In den mehreren Jahrzehnten, in denen ich mit dem Rad pendelte, war Tempo 30 noch die große Ausnahme. Ich erinnere mich nicht, dass das jemals ein Problem gewesen wäre, ausser vielleicht auf Radwegen, über die abgebogen wird oder die man ab und zu verlassen muss, etwa weil man selber abbiegen muss oder der Radweg die Straßenseite wechselt.

    Auf einem Teil meiner Strecke galt Tempo 70 bzw. nur das generelle Tempolimit von 100 km/h. Inzwischen fahre ich den größten Teil meiner Freizeitrunden auf Straßen, auf denen 50, 70 oder 100 km/h das Limit ist. Verletzungen oder Tod vermeidet man nicht, in dem man lieber mit 30+ km/h angefahren wird statt mit 50 km/h, sondern indem man das Risiko senkt, angefahren zu werden. Die Chancen dafür stehen dort, wo die üblichen allgemeinen Verkehrsregeln gelten - rechts fahren, links überholen, vor dem Abbiegen einordnen - weit besser als dort, wo sie auf den Kopf gestellt werden. Tom Schlüter hat in seiner Radfahren - Das überschätzte Risiko von hinten übertitelten kommentierten Sammlung von Unfallstatistiken reichlich Belege dafür gesammelt.

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  • Montag
    Montag
    2023-10-18

    ch lehne zunächst mal benutzungspflichtige Radwege komplett ab

    Zumindest da sind wir und ja doch einig ;-). Es wäre wirklich gut, wenn Radfahrende frei entscheiden könnten ob der angebotene Radweg genutzt wird oder auch nicht. Dann gäbe es tatsächlich relativ wenig Radwege die ich nutzen würde.

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